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Weltpremiere für den neuen Renault Master & Interview

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Weltpremiere für den neuen Renault Master & Interview
Stefan Schmudermaier

Renault Nutzfahrzeug-Vorstand Heinz-Jürgen Löw

Renault Nutzfahrzeug-Vorstand Heinz-Jürgen Löw hat uns in Lyon den neuen Master präsentiert und auch gleich einige Fragen beantwortet.

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Sie haben soeben den neuen Renault Master enthüllt, bei der Laufzeit eines Nutzfahrzeuges ein besonderer Moment. Was zeichnet das neue Modell aus und was waren die größten Herausforderungen bei der Entwicklung?

Der Vorgänger wurde mit einigen Updates insgesamt 14 Jahre lang gebaut, ein neues Modell in diesem Segment ist in der Tat speziell. Der neue Master ist ein komplett neu entwickeltes Fahrzeug, von Grund auf, es handelt sich um eine komplette Eigenproduktion von Renault. Zunächst sticht das neue Design ins Auge, auf den ersten Blick speziell, aber ich denke, wir stechen damit aus der Masse heraus.

Wir haben sehr viel Augenmerk auf die Aerodynamik gelegt, was sich entsprechend auf den Verbrauch auswirkt. Beim Diesel sind es 1,5 Liter weniger, wodurch wir es geschafft haben, unter der für die NoVA wichtigen Grenze von 200 Gramm CO2 pro Kilometer zu bleiben. Und beim E-Antrieb bedeutet das eine Einsparung von über 20 Prozent, also ebenfalls sehr signifikant.

Wir bieten insgesamt über 40 Variante des neuen Master an, vom klassischen Kastenwagen über Fahrgestelle bis hin zum Kofferaufbau. Die größte Herausforderung war zweifellos, drei Antriebe – neben Diesel und Elektro bieten wir auch eine Wasserstoff-Brennstoffzellenversion an – in ein Fahrzeug so zu integrieren, dass es vom gleichen Band laufen kann, darauf sind wir sehr stolz.

Beim Thema Wasserstoff scheiden sich ja bekanntlich die Geister…

Das ist richtig und wir gehen auch nicht davon aus, hier vom Start weg namhafte Stückzahlen zu verkaufen. Aber wir sehen Wasserstoff als Ergänzung zur E-Mobilität, vor allem für jene Kunden, die keine Zeit haben ihr Fahrzeug zu laden. Aber Fakt ist natürlich auch, dass wir grünen Wasserstoff benötigen, um CO2-neutral unterwegs zu sein. Und es ist ebenso eine Tatsache, dass es bei der Infrastruktur noch massiven Aufholbedarf gibt und dass die Technik noch relativ teuer ist.

Aber wir robben uns da langsam heran, auch preislich. In immer mehr Städten wird die Einfahrt mit einem Verbrenner verboten oder zumindest reglementiert, irgendwann stellt sich die Frage Verbrennungsmotor ja oder nein gar nicht mehr. Durch Instrumente wie die NoVA in Österreich gibt die Politik die Richtung vor und allein durch diese Steuern gleicht sich der Preis immer mehr an, in Richtung Wasserstoff iund natürlich auch beim E-Transporter.

Bei der elektrischen Version des Master gibt es einen ordentlichen Sprung nach vorne, die WLTP-Reichweite liegt bei der großen Batterie bei mittlerweile 410 Kilometern.

Je nach Markt führen wir den Master E-Tech Electric mit zwei unterschiedlichen Akkugrößen ein. Die kleinere verfügt über 44 kWh (in Österreich zum Start nicht erhältllich, Anm. d. Red.) und wird vor allem im urbanen Bereich zum Einsatz kommen, die größere hat 87 kWh und einen entsprechend größeren Reaktionsradius. Auch das Laden ist wichtig, wir bieten standardmäßig 11 kW AC und optional 22 kW, die DC-Schnellladung mit 130 kW ermöglicht es, den Master in 30 Minuten mit 229 Kilometern Reichweite aufzuladen.

Der Verkaufsstart des neuen Renault Master startet Anfang 2024, die Markteinführung erfolgt voraussichtlich im Juli 2024.