IAA 2021: Die gänzlich andere Messe

IAA 2021: Die gänzlich andere Messe

Noch ist nicht ganz klar, was die „IAA Mobility“ in München ist bzw. sein will: Sie ist seit Dienstag (7. September) für Besucher geöffnet.

Wer fast 25 Jahre lang jedes Jahr 2-3 Automessen besucht hat, glaubt eigentlich, alles gesehen zu haben. Und doch: Die IAA, die nach dem schwachen Besuch und den eher negativen Kritiken vor zwei Jahren von Frankfurt nach München gewandert ist und sich nun „IAA Mobility“ nennt, überrascht dann doch.

Denn was ist die Messe? Ja, es gibt auch Autos zu sehen, auch wenn die Zahl der Aussteller begrenzt ist: VW, Mercedes und BMW/Mini haben die (relativ) größten Stände am Messegelände in München-Riem, von der einstigen Gigantomanie ist man aber meilenweit entfernt.

Wer ist sonst noch da? Hyundai mit der Vorschau auf IONIQ 6, Ford mit dem Mach E, Polestar und Renault, die den elektrischen Megane mitgebracht haben. Und die chinesischen Hersteller Wey und Ora loten ab, wie ihre Modelle beim europäischen Publikum ankommen.

Sie sehen: Elektroautos dominieren, nur Dacia stellt mit dem Jogger ein Auto mit Verbrennungsmotor vor – und auch das nur vor dem Haupteingang, nicht in den Hallen selbst. Keine Japaner, wenig Koreaner, kein Stellantis-Konzern.

Was sieht man also beim Durchgang? Zulieferer wie Bosch, Webasto, Schaeffler, ElringKlinger oder Mahle sind prominenter platziert als seinerzeit in Frankfurt. Und der übrige Platz wird mit allem gefüllt, was zumindest zwei Räder und einen (meist elektrischen) Antrieb hat. Und dann wäre da weitab vom Messegelände noch die „Blue Lane“ und die Plätze in der Innenstadt, die – bei hoffentlich perfektem Herbstwetter – Publikum anlocken sollen.

Erste Bilanz: Für den Fachmessebesucher, der (wie früher) möglichst viele Kontaktpersonen an 1-2 Tagen treffen will, ist das Konzept (gelinde gesagt) suboptimal. Und wie es jene Deutschen, die früher in Massen die IAA besuchten, aufnehmen werden, wird die Bilanz am Sonntagabend zeigen. Wir sind schon gespannt!