Lautlose Gefahr

Die niedrige Geräuschkulisse ist ein Pluspunkt von Elektroautos, stellt für blinde Menschen aber eine besondere Gefahr dar.

Auch wenn der Anteil von Elektroautos derzeit verschwindend gering ist, mittelfristig kann man davon ausgehen, dass die Zahl der Stromautos zunehmen wird. Während man sich als Fahrer eines solchen Autos über die angenehm niedrige Geräuschkulisse freut, stellt genau diese Tatsache vor allem Fußgänger vor Probleme. So muss man etwa auf Supermarktplätzen bereits jetzt höllisch aufpassen, mit einem Hybrid-oder Elektroauto niemanden über den Haufenzu fahren.

Unmöglich wahrzunehmen

Noch deutlich schwieriger ist die Problematik für blinde Menschen, wie Dr. Markus Wolf, Präsident des Blinden-und Sehbehindertenverbandes erklärt: "Für uns ist es bei durchschnittlichem Straßenlärm nahezu unmöglich, Elektro-oder Hybridfahrzeuge ohne eingebaute Geräuschkulisse wahrzunehmen und darauf zu reagieren." Seit einigen Jahren kämpfen die Europäische Blindenunion und der BSVÖ bereits dafür, diese Autos verpflichtend mit einer künstlichen Geräuschkulisse auszurüsten. Diese Forderung könnte nun auch umgesetzt werden.

Akustische Warnung

Das "Approaching Vehicle Alerting System" AVAS macht mittels Warnton akustisch auf Fahrzeuge aufmerksam, die sich mit geringer Geschwindigkeit lautlos nähern. Der Verordnungsentwurf zum verpflichtenden Einbau des AVAS-Systems wurde vor Kurzem im Europäischen Parlament beschlossen, nun müssen sich Parlament und Rat der EU noch auf die Ausformulierung einigen.