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Überzogene CO2-Maßnahmen könnten zum Boomerang werden

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Überzogene CO2-Maßnahmen könnten zum Boomerang werden

Es wäre ein leichtes, die 100 Unternehmen, die weltweit für 70 Prozent des CO2-Ausstoßes verantwortlich sind, an den Pranger zu stellen. Und in manchen Fällen vermutlich auch nicht ganz so falsch. Doch so einfach ist die Sache nicht.

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Klar ist aber dennoch, der Abbau von Rohstoffen -allen voran Kohle -geschieht nicht zum Selbstzweck. Sondern weil damit Energie produziertwird. Energie, nach der wir alle lechzen, auf die wir angewiesen sind. Die Größenordnung des CO2-Footprints nach Unternehmen und Branche macht jedenfalls deutlich, wie groß das globale Problem tatsächlich ist. Und bringt uns in ein ordentliches Dilemma.

Denn solang Länder wie China im großen Stil aus Kohle Strom produzieren, können wir in Europa Kopf stehen und die Industrie und den Verkehr stilllegen, der Effekt wäre überschaubar. Immer auf den größten CO2-Verursacher zu warten und mit dem Finger auf ihn zu zeigen, bringt uns freilich auch nicht weiter. Natürlich braucht es ein Bewusstsein und selbstverständlich sind viele Maßnahmen zur CO2-Vermeidung sinnvoll. Problematisch wird es aber dann, wenn die Politik vorgibt, wohin die Reise geht. Und Länder wie Menschen über einen Kamm schert.

Beim österreichischen Strommix mit einem hohen Anteil an erneuerbaren Energien istein Elektroauto absolut sinnvoll einsetzbar. Aber in Polen? Bei dem Strommix ist jeder Verbrenner sauberer! Gleiches gilt für die Verkehrswende, die Klimaschutz-und Verkehrsministerin Leonore Gewessler mit Gewalt herbeizwingen will. Ja, man braucht in Städten wie Wien, Linz oder Graz nicht unbedingt ein Auto, weil der öffentliche Verkehr gut ausgebaut ist. Aber die Grünen sollen doch bitte nicht so tun, als wäre das überall in ganz Österreich der Fall!

Man muss etwa von Wien nur wenige Kilometer ins Umland fahren, um festzustellen, dass die öffentlichen Verkehrsanbindungen und Taktungen schwer zu wünschen übrig lassen. Ohne Auto hat man in vielen Regionen Österreichs keine Chance auf einen Arbeitsplatz, kann sich nicht einmal mit Lebensmitteln versorgen. Diesen Leuten dann zu sagen, man soll doch auf Öffis oder gar aufs Fahrrad umsteigen, ist blanker Hohn! Gleiches gilt auchfür die Energiewende. Natürlich kann und soll hier jeder seinen Beitrag leisten, um den CO2-Ausstoß zu reduzieren.

Aber durch überzogene Maßnahmen den Wirtschaftsstandort Europa zu gefährden, kann nicht der richtige Weg sein. Denn was dann passiert, hat man in etlichen Branchen in den letztenJahren und Jahrzehnten bereits gesehen. Ganze Industriezweige wandern ab in Länder mit anderen Regulierungen und Kostenstrukturen. Und am Ende des Tages kauft Europa viele Waren in China. Produziert mit Kohlestrom. Gratulation!

 

Der A&W-Verlag bildet ein breites Meinungsspektrum ab. Kommentare müssen nicht der Meinung des Verlages entsprechen.

Unterstützung statt Bestrafung

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Für die Wirtschaftskammer Oberösterreich gefährdet die neue CO2-Besteuerung die heimische Verkehrswirtschaft. Wichtiger wäre es, Klimaneutralität mit Abgaben-Zweckbindung schneller voranbringen. Zudem fehle der Klimabonus für den Wirtschaftsverkehr im Reformkonzept, und außerdem werden sich die Ausgaben des täglichen Lebens deutlich erhöhen.

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