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Tesla Model 3: Der erste Test

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Tesla Model 3: Der erste Test

Vor ziemlich genau drei Jahren stellte Tesla das Model 3 vor und löste damit einen nie gekannten Vorbestellungs-Run auf ein Auto aus. Jetzt rollen die ersten Exemplare auf Europas Straßen, FLOTTE hat bereits erste Testkilometer gesammelt.

Während die klassischen Autohersteller oft Mühe haben, die Kunden bei der Stange zu halten, so die Lieferzeiten einige Monate betragen, haben beim Model 3 von Tesla gleich mehr als 500.000 Interessenten auch noch jeweils 1.000 Dollar beziehungsweise Euro angezahlt. Dass einige davon in den letzten drei Jahren wieder abgesprungen sind, ist wenig überraschend. Zum Start gibt es lediglich das Modell mit der größeren Akkukapazität – Tesla hüllt sich hier in Schweigen, inoffiziell ist aber von 75 kWh die Rede – in zwei Ausführungen. Die Long-Range-Version schafft 560 Kilometer nach WLTP und beschleunigt in 4,8 Sekunden auf 100 km/h, die Performance-Variante kommt auf 530 Kilometer und sprintet in atemberaubenden 3,5 Sekunden auf Tempo 100. Dank Allradantrieb – je ein E-Motor treibt die Vorder- und Hinterachse an – ist auch die Traktion kein Thema.

Günstigere Variante folgt

Preislich geht’s bei 58.300 Euro für die Long-Range-Variante los, 69.100 Euro sind für den Performance fällig. Die Liste der Extras ist erfreulich kurz, lediglich Farbe, Felgen und die erweiterte Autopilot-Funktionalität (die bei unserem Testauto noch nicht verfügbar war) kosten extra. Ein vergleichbar ausgestattetes Modell im Segment der deutschen Premium-Hersteller knackt die (in diesem Fall nicht vorsteuerabzugsfähigen) 60.000 Euro ebenfalls mit links. Die Preise sind freilich weit von jenen entfernt, die vor drei Jahren durch die Medien geisterten. Tesla-Gründer Elon Musk kündigte aber an, dass das günstigste Model 3 mit kleinerer Batterie und Hinterradantrieb für knapp über 30.000 Euro (vor Steuern) kommen soll. Aktuell kommt die Einstiegsversion in den USA auf 35.000 Dollar, innerhalb des nächsten halben Jahres ist die auch für Europa geplant.

Gewöhnungsbedürftiges Cockpit

Dadurch, dass das optisch verwandte Model S bereits zum Straßenbild gehört, erweckt das Model 3 zwar nicht mehr ganz soviel Aufmerksamkeit, das ein oder andere Handy wurde während unserer Testfahrten aber doch gezückt. Um die Größe richtig einschätzen zu können, mit einer Länge von 4,70 Metern bewegt sich der Strom-Ami in etwa auf dem Niveau eines Dreier-BMW. Der Kofferraum fällt mit 452 Litern ordentlich aus, die Rücksitzlehnen können bei Bedarf umgeklappt werden. Sollte das immer noch nicht reichen, gibt’s vorn im sogenannten „Frunk“ noch einmal 85 Liter Stauraum. Das Interieur bietet genügend Platz für Fahrer und Beifahrer, die Beinfreiheit im Fond liegt im Klassenschnitt. Um die flache Linienführung des Daches zu realisieren, hat Tesla in die Trickkiste gegriffen. Das durchgängige Glasdach schafft hier zusätzlich Platz nach oben, da selbiges abgedunkelt ist, entfallen Rollos. Wer das erste Mal im Model 3 Platz nimmt, kommt sich zunächst etwas verloren vor. Klassische Instrumente gibt es nämlich ebenso wenig wie Bedienelemente in der Mittelkonsole. Einzig am Lenkrad, für die Fensterheber, die Sitzeinstellung und die Warnblinkanlage gibt’s noch Hardware-Taster, alles andere ist im großen 15-Zoll-Touchscreen zu finden.

Erfrischende Gags im Riesentablet

Die Menüstruktur ist einfach und logisch aufgebaut, allerdings sollte man sich dem Setup im Stand und nicht während der Fahrt widmen. Dass auch der Tacho (im linken oberen Bereich) in den Screen integriert wurde, ist nicht ganz ideal, in einem solch technisch anspruchsvollen Fahrzeug hätten wir uns ein Head-up-Display gewünscht. Und weil wir schon dabei sind, auch ein automatisch abblendendes Fernlicht und eine induktive Lademöglichkeit fürs Handy wären kein Fehler. Verspielte Naturen werden dafür mit Atari-Games aus den 1980er-Jahren, einem Modus für einen offenen Kamin (das Knistern kommt aus den Lautsprechern, die Wärme aus den Lüftungsdüsen!) und einem akustischen Furz-Modus (ja, Sie haben richtig gelesen) versöhnt. Alles freilich noch keine Gründe, sich ein Tesla Model 3 zu kaufen.

Um die 400 Kilometer Reichweite

Zwar konnten wir beim ersten Test noch keine Langstrecken fahren, unsere Standard-Route für E-Autos ließen wir dem kleinen Tesla aber dennoch angedeihen. Gestartet wurde am Morgen bei rund drei Grad Celsius ohne Vorheizen, nach 50 Kilometern über Stadt, Land und Autobahn zeigte der Bordcomputer einen Durchschnittsverbrauch von 20 kWh auf 100 Kilometer an. Umgelegt auf einen 75 kWh großen Akku bedeutet das knapp 380 Kilometer Reichweite, exakt jener Wert, den auch der Bordcomputer ausgewiesen hat. In Anbetracht der Temperaturen ist das in Ordnung, ist es draußen wärmer, sind die 400 Kilometer locker zu knacken, mehr wird ein ausgiebiger Test zeigen. Geladen werden kann an den Tesla-eigenen Superchargern bis zu 120 kW ebenso wie dreiphasig an Wechselstrom-Wallboxen mit elf kW, wo der Akku nach rund sieben Stunden wieder voll ist. Zudem verfügt das Model 3 über einen CCS-Ladeanschluss und ist damit auch mit den 50-kW-Schnellladestationen kompatibel. •

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