Smartes Restrisiko

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Smartes Restrisiko
Diego - stock.adobe.com

Nicht nur bei E-Autos sind Fahrzeug-Apps eine praktische Sache. Allerdings haben die praktischen Helferlein auch ihre Tücken, wie der ÖAMTC bei einem Test herausgefunden hat.

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Sind sie schon einmal nach dem vermeintlichen Ladevorgang zu Ihrem E-Fahrzeug gekommen und mussten feststellen, dass dieses nicht geladen hat? Mehr als unangenehm, wenn man sich darauf verlassen hat, dass der Akku voll ist und der nächste Termin schon wartet. Mit einer entsprechenden App wäre Ihnen das nicht passiert, ein kurzer Blick hätte genügt und Sie hätten bemerkt, dass der Ladevorgang nicht wie geplant läuft.
Moderne Apps können aber noch viel mehr. So lässt sich das Fahrzeug nicht nur orten, sondern auch aus der Ferne verriegeln und aufsperren. Und die Klimatisierung lässt sich ebenfalls vom Smartphone aus starten, im Sommer und vor allem im Winter ein echter Komfortgewinn. Zudem zeigen die Apps – je nach Hersteller – auch Daten zum Fahrzeug an, etwa den Hinweis zu etwaigen Serviceterminen. Und die nächste Ladestation lässt sich nicht nur finden, sondern auch gleich starten.

Fernentriegelung und Geolokalisierung als Gefahr
Allerdings ist nicht alles Gold, was glänzt, die Bedienung und die Funktionen unterscheiden sich je nach Hersteller gravierend, zudem tun sich Sicherheitslücken auf, wie der ÖAMTC in einem Test von vier beliebten E-Autos aufgedeckt hat. ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl erklärt: „Was über die App abruf- und steuerbar ist, unterscheidet sich von Hersteller zu Hersteller. Meist können Verbrauchswerte und Kilometerstand abgelesen werden, bei E-Autos auch Ladezustand und aktuelle Reichweite. In manchen Fällen – und hier wird es wirklich bedenklich, wenn die Verbindung nicht getrennt wurde – können Fahrzeuge per App ­metergenau ­lokalisiert, geöffnet und geschlossen werden.“ Missbrauch ist hier also im wahrsten Sinn des Wortes Tür und Tor geöffnet, wie Kerbl warnt.
Doch wie kann man die missbräuchliche Verwendung verhindern? „Die zunehmende Digitalisierung sollte jedenfalls im Kaufvertrag berücksichtigt werden, zumindest sollte man sich als Käufer:in schriftlich bestätigen lassen, dass alle Smartphone-­Verbindungen getrennt wurden“, hält der Experte fest. Um ganz sicherzugehen, kann und sollte man außerdem selbst kontrollieren, ob fremde Personen Zugriff haben: „Im Wesentlichen funktioniert es immer ähnlich: In den Menüs am Fahrzeug-Display können unter dem Punkt ‚Remote-Dienste‘, ‚Connect-­Dienste‘ oder ähnlichen Bezeichnungen alle Verbindungen getrennt werden. Notfalls hilft es auch, das gesamte System auf ­Werkseinstellungen zurückzusetzen.“

Verbindung trennen
Besondere Aufmerksamkeit ist bei Autos mit Android Automotive geboten: Hier können neben der Verknüpfung mit einem Hersteller auch Google-Konten aktiv sein. Das Fazit von Steffan Kerbl: „Remote-Apps bieten eine Reihe von Komfort-Funktionen, gegen deren Nutzung überhaupt nichts spricht. Als Konsument muss man sich allerdings über die Konsequenzen bewusst sein, die es haben kann, wenn man unvorsichtig damit umgeht – denn wer will schon, dass fremde Personen wissen, wo das eigene Auto gerade steht? Daher: Verbindung trennen, Werkseinstellungen wiederherstellen und das Problem ist gelöst.“