Erste Sitzprobe im neuen Mercedes Citan

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Erste Sitzprobe im neuen Mercedes Citan

Zwar bleibt der Citan nach wie vor ein enger Verwandter des Renault Kangoo. Noch nie zuvor hat Mercedes aber so viel Wert auf Eigenständigkeit gelegt wie bei der Neuauflage. Nur bei der E-Version schätzt man die französische Nähe überraschend offen.

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Mit Kooperationen ist es immer so eine Sache. Natürlich kann man jede Menge Kosten sparen, wenn man sich Entwicklung und Produktion mit einem Mitbewerber teilt. Doch ganz zufrieden mit dem Renault-Venture dürfte Mercedes nie gewesen sein. Ein wenig benziger hätte der Citan schon sein können, daher war klar, dass man bei der Neuauflage des gemeinsamen Klein-LNF schon von Anfang voll mitreden wollte. Und das äußert sich nun in einem Transporter, bei dem man schon genauer hinsehen muss, um die frankophilen Gene zu erkennen (kleiner Tipp: die A-Säule!). Grob gesagt änderten die Stuttgarter all das, was sich anschrauben und angreifen lässt. So gibt es ein eigenständiges Armaturenbrett, eigene Sitze mit besserer Polsterung und Bezugsstoffen aus dem Vito, und auch die komplett umgestaltete Front sowie die Rücklichter sprechen eindeutig die Designsprache, die wir schon von C-, E- oder V-Klasse kennen. Eine erste Sitzprobe ergab, dass – wenn man jetzt von den Renault-typischen Türgriffen einmal absieht – sich innen sofort wie in einem anderen Stern fühlt. Das ist toll, weil Mercedes Me-Dienste auch hier arbeiten und alles übersichtlich und aufgeräumt wirkt. Aber ebenso hielt die aktuelle Lenkrad-Generation Einzug mit ihren winzigen Touch-Bedienflächen, was in der rauen Arbeitswelt nicht bei allen gut ankommen wird. Doch freuen wir uns lieber über clevere Kleinigkeiten wie die umsteckbare Handy-Halterung. Oder die gedämmte Motorhaube, die an Gasdämpfern hängt – Features, die bei Pkw immer seltener vorkommen.

Schöner laden

Man möchte sich einfach stärker von der preiswerteren Konkurrenz abheben, meint Daimler dazu bescheiden und verweist gerne auf Kundenumfragen, die neben Platz und Verbrauch auch viel Wert auf Sicherheit und Komfort legen. So bekam die Bus-Version namens Tourer zusätzlich ein auf mehr Komfort abgestimmtes Fahrwerks-Setup sowie einen Mittenairbag verpasst, und dass wirklich jede Variante über ein Farbdisplay im Kombiinstrument verfügt, liegt daran, dass man auf jeden Fall fünf Sterne beim EuroNCAP-Crashtest einheimsen möchte – denn dieses Display ist Voraussetzung für die dafür essentielle Verkehrszeichenerkennung. Das war auch der Grund, warum man von hydraulischer auf elektrische Lenkung umstellte. Nur so kann der Spurhalte-Assistent aktive Lenkeingriffe vornehmen.

Neu auch die Variantenvielfalt. Statt drei gibt es nur mehr zwei Versionen. Weg fiel die Ultrakurz-Version, wobei der künftige L1 länger und geräumiger sein wird als der bisherige L2. Konkret wird von 2,9 Kubikmetern und 782 kg Ladekapazität gesprochen, und da der Laderaum schön breit und flach ist, passen auch zwei Euro-Paletten problemlos hinein. Je nach Wunsch gibt es unzählige Versionen, wobei die wichtigsten Entscheidungen die Tür-Wahl betreffen. Schiebetüren gibt es entweder eine oder zwei, und das Heck ist beim Tourer serienmäßig mit großer Heckklappe und beim Van mit seitlich angschlagenen Flügeltüren bestückt – beide lassen sich aber auch genau andersrum bestücken.

EinE für alle

Dass es nur mehr drei Diesel und zwei Benziner gibt, zeigt, dass auch hier die Umstellung auf neue Antriebsformen langsam Fahrt aufnimmt. Natürlich ist der Selbstzünder die dominierende Fassung, aber damit sich die Kundschaft bei der Umstellung auf die E-Mobilität möglichst leicht tut, hat man sich beim eCitan so einiges überlegt. Es gibt ihn nicht nur in allen Karosserievarianten (kurz, lang, Van, Tourer, Rohbauform), auch alle Nutzdaten bis hin zur Anhängelast sind mit jenen der fossil befeuerten Citans identisch. Umso entspannter kann man hier auch auf die Expertise von Bündnispartner Renault bauen, die natürlich viel Erfahrung bei kleinen Stromern haben und eine entsprechend schussfeste Technik beisteuern. 75 kW leistet der Motor, 44 kWh fasst der Akku netto, was für 250 bis 300 Kilometer Reichweite gut sein soll. Unsere Kunden gaben an, eh nur bis zu 120 Kilometer am Tag zu fahren, meint Mercedes dazu entspannt, zumal neben der 11 kW-Standard-Ladevariante auch eine 22 kW-Form erhältlich ist – und damit wäre der Stromspeicher in knapp über zwei Stunden auch wieder voll.

Wie sieht der Fahrplan des neuen und deutlich eigenständigeren Citan aus? Bestellt kann er ab sofort werden, ausgeliefert wird er ab Ende Oktober. Der e folgt Mitte 2022, und ebenfalls bis nächstes Jahr müssen wir uns noch auf die zivile Version gedulden. Denn was die V-Klasse für den Vito, wird die T-Klasse für den Citan – so, aber noch mehr Abkapselung von Renault ist nun wirklich nicht mehr möglich.

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