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Heinz-Jürgen Löw im Gespräch

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Heinz-Jürgen Löw ist seit Februar 2022 Nutzfahrzeug-Vorstand bei Renault und kehrte damit zu jener Firma zurück, bei der 1999 seine automobile Karriere begann. Nicht zuletzt dank Stationen bei Volvo, MAN und VW Nutzfahrzeuge kennt er die Branche wie kaum ein anderer, wir haben ihn zum Interview gebeten.

Flotte: Sie haben kürzlich auf der IAA Mobility in München den neuen Grand Kangoo präsentiert, ein geräumiger Personentransporter, der viel Potenzial hat.
Löw: Absolut! Das Fahrzeug bietet bis zu sieben Sitze und unglaublich viel Platz, bis zu 3.750 Liter Ladevolumen sind schon eine Ansage. Zudem bieten wir das Auto mit Vorsteuerabzug bei Benzin- und Dieselmotoren sowie als vollelektrische Version. In Kombination mit den praktischen Schiebetüren ist das ein Auto, das in der Firma genauso eingesetzt werden kann wie im privaten Bereich. Bestellstart ist Ende des Jahres, Anfang 2024 werden die ersten Autos ausgeliefert.

Mit dem Kangoo ist Renault generell ein großer Wurf gelungen, vor allem auch beim E-Tech Electric. Wie wird es weitergehen bei den vollelektrischen Nutzfahrzeugen?
Wir haben den Kangoo E-Tech Electric von Anfang an auch als E-Fahrzeug geplant und das spürt man natürlich. Demnächst wird der neue Master vorgestellt, auch hier wird es eine vollelektrische Variante geben. Je nach Einsatzgebiet möchten wir unterschiedliche Batteriegrößen anbieten, auch Wasserstoff beziehungsweise Brennstoffzelle sind Themen, die wir über die letzten Jahre schon verfolgt haben.

Werfen wir doch einen Blick in die fernere Zukunft. Ab 2035 ist in Europa nach aktuellem Stand Schluss für leichte Nutzfahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Dass der Lieferwagen der Zukunft elektrisch ist, steht vermutlich außer Frage, aber wie werden die Fahrzeuge dann aussehen?
Wir verfolgen da einen revolutionären neuen Ansatz, weg vom klassischen Nutzfahrzeug hin zu neuen Konzepten. Renault ist eine Partnerschaft mit Volvo eingegangen, Ziel ist die Entwicklung einer völlig neuen Generation von vollelektrischen Transportern und softwaredefinierten Fahrzeugen sowie dazugehörigen Dienstleistungen. Bis 2030 wird sich unserer Einschätzung nach der Markt für elektrifizierte Transporter verdreifachen, besonders in den Bereichen E-Commerce und Vermietung erwarten wir hohe Zuwachsraten. Die geplanten Fahrzeuge werden auf einer neuen vollelektrischen LCV-Skateboard-Plattform basieren, die eine hohe Modularität für verschiedene Aufbautypen zu niedrigen Kosten ermöglicht und hohe Sicherheitsanforderungen erfüllt.

Können Sie uns schon mehr Details zu dieser neuen Fahrzeuggeneration verraten?
Durch vernetzte Dienste im Rahmen der Software-Defined-Vehicle-Technologie wird es möglich sein, Fahrzeuge anzubieten, die über ihre gesamte Lebensdauer auf dem neuesten Stand sind, ähnlich wie bei einem Smartphone. Die Transporter selbst sind kompakt und damit maßgeschneidert für die urbane Mobilität. Sie bieten vielseitige Nutzungsmöglichkeiten und verschiedene Batteriekapazitäten mit einer für leichte Nutzfahrzeuge bisher beispiellosen 800- Volt-Technologie.

Kosten sind in der Transportwirtschaft seit jeher das ganz große Thema, wie können diese gesenkt werden?
Mit der erwähnten Software-Architektur wird die neue Fahrzeuggeneration über nie dagewesene Funktionen zur Steuerung der Lieferaktivitäten verfügen, wodurch sich die Nutzungskosten für die Logistikunternehmen um 30 Prozent senken lassen. Wir haben nicht nur die TCO, die Total Costs of Ownership, sondern auch die Total Costs of Usage im Blickfeld. Gerade auf der letzten Meile sind aber ebenso Lösungen abseits des Fahrzeuges selbst gefragt und auch daran arbeiten wir. Es braucht im urbanen Bereich etwa mehr Parkplätze, an denen Lieferdienste fünf Minuten parken können, statt in zweiter Spur zu stehen oder um den Block zu kreisen.

Viele Unternehmer warten mit dem Umstieg auf elektrische Nutzfahrzeuge noch zu, da sie teurer als jene mit Verbrennungsmotor sind. Wann ist hier ein Gleichstand zu erwarten?
Zum einen halte ich Strompreis-Incentives für sehr wichtig, zum anderen wird der steuerliche Malus für den Verbrennungsmotor steigen und die Preise werden sich annähern.

Durch die Integration von Opel in die Stellantis-Gruppe ist ein großer Kooperationspartner im Bereich leichter Nutzfahrzeuge weggefallen, ein Rückschlag für Renault?
Nein, die Auslastung unserer Werke ist gut, wir haben die Zahlen sogar gesteigert. Mit unserer Ausrichtung hin zu alternativen Antrieben sind wir gut unterwegs.

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