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VW Grand California: Für die große Reiselust

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VW Grand California: Für die große Reiselust
Alle: Flotte/STS

Mit Spannung wurde der VW Grand California erwartet, noch vor dem Marktstart haben wir den ersten echten Campingausflug absolviert. Verlassen haben wir den Campingplatz mit gemischten Gefühlen.

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Der VW California hat sich über Jahre und Generationen hinweg als echter Bestseller erwiesen, verbindet er doch die Vorzüge des klassischen VW Bus - in Kürze startet die Generation 6.1 - mit jenen eines flexiblen Freizeitmobils, das auch zum Campen genutzt werden kann.

Mit dem nun startenden Grand California geht Volkswageneinen Schritt weiter und stellt auf Basis des Nutzfahrzeuges Crafter ein echtes Wohnmobil auf die Räder. Größter Unterschied zum kleineren California ist die nun ebenfalls integrierte Nasszelle samt Dusche. Die Kunden können zwischen zwei Grundrissen -dem 600 für vier und dem 680 für zwei Personen -wählen, die Ziffer steht für die Länge in Zentimetern. Allrad ist optional zu haben, da man dadurch die 3,5-Tonnen-Schallmauer knackt, ist die Variante hierzulande genauso uninteressant wie der 680er, der das gleiche Schicksal teilt. Man bräuchte dann einen Führerschein der Klasse C undwäre als Lkw - mit allen Nachteilen bei Maut et cetera - eingestuft.

Test unter Realbedingungen am Campingplatz
Da die FLOTTE die Testautos ernsthaft testet, war klar, dass man mit so einem Fahrzeug auch einen zumindest kurzen Campingausflug absolvieren muss, um Stärken und Schwächen herauszuarbeiten. Einen passenden und gut bewerteten Campingplatz zu finden, der im Umkreis von 200 Kilometern um Wien liegt, war kein Problem. Die Wahl fiel auf "Almtal Camping Pettenbach" in Oberösterreich, ein familiär geführter Platz mit eigenem Schwimmbad und nagelneuenSanitärgebäuden.

Dass man auch für drei Tage auf einen ordentlichen Berg Gepäck kommt, weiß man als Camper, Platz dafür bietet der Grand California zum Glück in Hülle und Fülle. Neben dem wirklich großen Stauraum unter dem hinteren Bett gibt es zahlreiche Oberschränke (allerdings nicht sonderlich tief) sowie das erwähnte Bad. Dabei sollte man jedoch auf die maximal erlaubte Zuladung von 377 Kilogramm achten, die mit vier Personen schnell ausgeschöpft ist, noch ohne Gasflaschen und vollem Frischwassertank.

Doch selbst bei voller Beladung und einem stattlichen Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen hat das 177 PS starke Turbodiesel- Triebwerk leichtes Spiel. Erst recht in Kombination mit der serienmäßigen Achtgang-Automatik. Jedenfalls erstaunlich, wie leichtfüßig sich der Grand California bewegen lässt, auch die Höhe von 3,10 Metern (Achtung bei Durchfahrten!) macht sich bestenfalls bei Seitenwind bemerkbar. Ist es windstill, sind 130 km/h auf der Autobahn ein angenehmes Reisetempo, derTestverbrauch von knapp über elf Litern geht dafür ebenfalls in Ordnung. Volkswagen hat ein Sicherheitsfeature eingebaut, um in Kurven ein Kippen des hohen Fahrzeuges zu vermeiden. Überschreitet man in Relation zur Kurve die Geschwindigkeit, regelt das ESP und bremst sanft ab.

Viele praktische Features
Im Almtal Camping angekommen, geht's nach dem Ausrichten des Grand California ans Auspacken. Zunächst wird die Markise rausgekurbelt und mit den Stützen sicher verankert, dann werden die in den Hecktüren verstauten Campingsessel -zwei an der Zahl -samt Tisch platziert. Praktisch: Bei der seitlichen Schiebetür fährt beim Öffnen elektrisch eine Trittstufe aus, die das Einsteigen erleichtert. Weniger praktisch: Die Schiebetür ist vor allem beim Schließen sehr laut, wer des Nächtens raus muss, macht sich in der Nachbarschaft unbeliebt. Eine elektrische Tür oder zumindest eine Zuziehhilfe wäre jedenfalls wünschenswert.

Der in die schicke Küchenzeile integrierte Kühlschrank ist ordentlich dimensioniert, das Gefrierfach schmal, dafür lang, eher Typ Baguette denn Pizza. Darüber befinden sich die Spüle und zwei Gaskochstellen. Das erwähnte Badezimmer ist klein, aber fein. Toilette, Klappwaschtisch, Spiegel und Duscharmatur haben gut Platz, ein zu öffnendes Dachfenster sorgt für Licht und Luft. Nach dem Einhängen des während der Fahrt verstauten Tischs und dem Drehen von Fahrerund Beifahrersitz ist die Indoor-Sitzgruppe einsatzbereit. Auch an ordentlicher Beleuchtung hapert es nicht: Schickes, indirektes Licht sowie zahlreiche LED-Spots - alle Lichtquellen sind dimmbar - sorgen am Abend für eine echte Wohlfühlatmosphäre an Bord des großen California. Viele Funktionen lassen sich auch über das zentrale Touch-Panel steuern, Licht, Heizung und optionale Klimaanlage, auch der Stand von Frisch-und Abwasser lässt sich dort einsehen.

Eingeschränkte Länge der Betten
Wie sehr man sich wohlfühlt, sobald die Schlafenszeit anbricht, hängt von zwei Faktoren ab. Zum einen von der Körpergröße der Mitreisenden, zum anderen von deren Anzahl. Theoretisch haben bis zu vier Personen Platz, zusätzlich zum Heckbett lässt sich optional ein Hochbett ordern, das vor Gebrauch über der Sitzgruppe ausgezogen wird. Das ist allerdings auf der einen Seite 190 (allerdings mit Schräge auf der Vorderseite), auf der anderen gar nur 160 Zentimeter lang und somit für nur einen Erwachsenen oder zwei (noch nicht allzu große) Kinder geeignet.

Auch im Heck kann es eng werden. Die Fahrzeugbreite wurde mit Ausbuchtungen zwar erweitert, ab einer Körpergröße von 1,80 wird es -je nach Schlafgewohnheit -aber eng oder eigentlich kurz. Für größere Personen ist ein Ausstrecken -so man nicht allein und diagonal liegt -bedingt möglich, was die Schlafqualität mindert.

Oder doch der "kleine" California?
In Sachen Schlafkomfort ist also der auf dem T6 beziehungsweise dem neuen T6.1 basierende California mit seinem Hubdach die bessere Wahl, der auch abseits des Urlaubs besser nutzbar ist. Wer indes ausgedehnte Roadtrips macht oder im Ruhestand viel reisen möchte, findet im Grand California den idealen Partner, so er mit dem Bettenmaß kompatibel ist. Und das entsprechende Budget hat. Der Grand California 600 ist ab November für 69.517 Euro zu haben, unser Vorab-Testauto mit einigen Extras kam auf 96.405 Euro.

Zum Vergleich: Der T6 California (9-Sitzer mit Aufstelldach und 82 PS) startet bei rund 50.000 Euro und ist mit vergleichbarer Motorisierung ähnlich wie sein großer Bruder eingepreist.
 

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