E-Auto günstiger als Verbrenner!

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E-Auto günstiger als Verbrenner!

Nach wie vor hält sich so mancher Mythos rund um die E-Mobilität hartnäckig in den Köpfen einiger Fuhrparkleiterinnen und Fuhrparkleiter. Wir haben mit Norbert Streicher, dem Commercial Director bei LeasePlan Österreich, gesprochen und ihn mit den wichtigsten Vorurteilen konfrontiert.

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In etlichen Unternehmen ist die E-Mobilität bereits angekommen, andere sind noch mehr als skeptisch. LeasePlan zählt zu den größten Fuhrparkmanagementanbietern des Landes, wie stehen Sie als Commercial Director zum Thema?


Bei LeasePlan laufen weltweit rund 1,9 Millionen Fahrzeuge, wir sind der international führende Car-as-a-Service-Anbieter und in 32 Ländern aktiv. Dementsprechend haben wir einen guten Überblick, was Trends in der Mobilität anbelangt. Ich kann natürlich verstehen, dass es da und dort noch Skepsis rund um die E-Mobilität gibt, sehe es aber auch als unsere Aufgabe, die Unternehmenzu beraten und zu der für sie idealen Mobilitätsform zu verhelfen. Dass wir als Unternehmen an Elektrofahrzeuge glauben, haben wir in mehreren Klimainitiativen festgeschrieben. So sind wir klimaaktiv-Partner und Mitglied der EV100-Initiative und setzen uns für Netto-Null-Emissionen der gesamten Flotte bis 2030 ein. Bereits kommendes Jahr werden wir unseren eigenen Fuhrpark elektrifiziert haben.

Ein Argument, das man immer wieder zu hören bekommt, ist die vermeintlich zu geringe Reichweite, wie sind Ihre Erfahrungen dazu?

Das Argument hätte man vielleicht noch vor ein paar Jahren gelten lassen können, mittlerweile ist es aber nicht mehr zutreffend. Viele Fahrzeuge schaffen bereits jetzt Praxisreichweiten von über 300, manche sogar über 400 Kilometer, wie Sie ja auch in der FLOTTE immer wieder selbst getestet haben. Die Reichweiten werden in den nächsten Jahren weiter ansteigen, davon sind wir überzeugt. Und irgendwann muss man sich zudem fragen, wie viel Reichweite am Stück brauche ich denn eigentlich? Wichtig ist es, die Ladeinfrastruktur gesamtheitlich in den Anschaffungsprozess aufzunehmen und ein Konzept für einLademanagement zu erstellen.

Die mangelnde Modellvielfalt hat sich ja überholt, oder?

Absolut, es gab heuer ein richtiges Modellfeuerwerk an neuen Elektroautos in fast allen Klassen. Vom kleinen Cityflitzer für knapp über 10.000 Euro über Klein-und Kompaktfahrzeuge um die 30.000 Euro bis hin zu Luxusmodellen mit hohen Reichweiten über 60.000 Euro reicht das Angebot. Und auch bei den leichten Nutzfahrzeugen hat sich viel getan, auch hier gibt es in drei Klassen eine mittlerweile große Modellvielfalt, die im Hinblick auf Laderaum und Nutzlast nicht eingeschränkt sind.

Der Preis ist ein gutes Stichwort. Auf den ersten Blick sind Elektrofahrzeuge deutlich teurer als vergleichbare Modelle mit Verbrennungsmotor.

Aber auch nur auf den ersten Blick! Als Unternehmen kommt man nicht nur in den Genuss des Vorsteuerabzugs, der Befreiung vom Sachbezug für den Mitarbeiter, dem Entfall der Kfz-Steuer und niedrigeren Service-und Wartungskosten, sondern profitiert auch von Förderungen. Und somit ist das Elektroauto über eine typische Laufzeit von vier Jahren bereits günstiger als Benzin- und Dieselfahrzeuge. (Siehe Grafik)


Alles gut und schön, aber wie sieht es mit der Umweltbilanz aus, die gilt ja als nicht ganz so rosig, oder?

Ich denke, man muss hier mit offenen Karten spielen. Klar ist, ein Elektroauto hat aufgrund der großen Batterie bei der Produktion einen größeren CO2-Rucksack als klassische Verbrennermodelle. Da die Treibhausgasemissionen -vor allem beim Einsatz von Ökostrom -bei einem E-Auto während des Betriebs deutlich niedriger oder sogar gegen null gehend sind, kommt es im Zuge des gesamten Autolebenszu dem Punkt, wo das E-Auto den Verbrenner überholt und am Ende unterm Strich weniger CO2 ausgestoßen hat. In diesem Zusammenhang ist es auch wichtig, die richtige Batteriegröße zu wählen, je kleiner der Akku ist, desto kleiner auch der CO2-Rucksack bei der Produktion.

Eine Frage oder vielmehr ein Mythos bleibt noch. Haben wir denn überhaupt genügend Strom, um im großen Stil auf Elektrofahrzeuge zu wechseln?

Der Anteil des für das Laden von E-Autos notwendigen Stroms am Gesamtstrom wird oft deutlich überschätzt. Die aktuell rund 40.000 E-Autos benötigen 0,14 Prozent, selbst wenn der Anteil der elektrischen Fahrzeuge in den nächsten Jahren stark steigt, sind es laut Experten 2025 immer noch lediglich 1,16 Prozent am Gesamtstrom in Österreich. Es kann also keine Rede davon sein, dass zu viele Elektroautos ein Blackout verursachen. Was es aber brauchen wird, ist ein intelligentes Lade- und Lastmanagement.
 

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