Kerle zu „Nullen ohne Ecken“

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Kerle zu „Nullen ohne Ecken“

Günther Kerle: „Auch wir Importeure sind im Interessengeflecht zwischen Hersteller und Händler gestresst!"

Unglaublich vielfältig waren die Reaktionen auf unsere jüngste Glosse „Nullen haben keine Ecken“ zum grenzenlosen (Neu)Zulassungswettbewerb. Flexibel dürfen nur Händler von Gnaden der Hersteller/Importeure sein, alle anderen haben sich nach Vorstellung mancher Marken den Zwängen der Wirtschaft anzupassen.

Vorsitzender Günther Kerle hat uns in seinem Leserbrief namens des Arbeitskreis der Automobilimporteure innerhalb der Industriellenvereinigung ermahnt, die Neuzulassungssteigerungen in einem organisch längst nicht mehr wachsenden Markt auch unter einem positiven Licht zu betrachten und nicht nur unter dem Aspekt „strategischer Anmeldungen“.

 

Mit 12,8 Prozent landesweiter Pkw-Imatrikulationen sei man ausnehmend gut ins neue Jahr gestartet und es wird auf unzählige Beispiele erfolgreich vermarktender Autohandelsbetriebe verwiesen. Stimmt Herr Kerle. Von 0,5 auf durchschnittlich 1,5 Prozent Nettoertrag zu steigern, ist rechnerisch betrachtet eine beachtliche Leistung. Es stimmt aber auch, dass diese Ertragskultur bei weitem nicht ausreicht, in die Zukunft vieler Standorte zu blicken. Die geforderten Standards werden immer teurer, während das neue Fahrzeugangebot immer rascher zum günstigen Jung- oder Jahreswagen verkommt. Werbung mit tageszugelassenen Fahrzeugen sind keinem Fahrzeugimporteur fremd. Und schickt sich z. B. einer in der Premiumklasse an, die statische Nummer 1 vom Thron zu stoßen, dann wird es gegen Monatsende in den Zulassungsstellen davon bedrohten Marken dynamisch.

 

In der Branche finden sich tatsächlich erfolgreiche Betriebe, die immer mehr Importeursaufgaben übertragen bekommen, den einen oder anderen Gebietsbetreuer auf ihre Lohnliste übernehmen, um mit solcherart Insiderwissen missliebig gewordene Händler zu kujonieren. Der Hersteller spart sich Kosten aber auch Reputation. Heute wird die Autowirtschaft flexibel den Zwängen des Marktes angepasst und der „kurzsichtige Bremser“ demontiert. Also widerspreche ich Herrn Kerle dahingehend, dass für betroffene Autohändler sehr wohl Grund zum Jammern besteht!

 

Gerne nehmen wir jedoch die Aufforderung der Importeure und Händler an, Seite an Seite die Herausforderungen, die uns in den kommenden Jahren erwarten, anzunehmen. Vor allem gegen eine feindlich eingestellte Politik zum Erhalt einer die Wirtschaft tragende individuelle Mobilität. Damit bekommen „Nullen wieder Ecken“. Allein gnadenvolle Pressetexte beeindrucken maximal „Copy-and Paste“-Redaktionen, nicht jedoch die politischen Lager. Die E-Mobilität wird parteipolitisch „ohnehin“ unterstützt, doch das nachgeworfene Fördergeld rasch über steigende Strompreise (wer viel fährt, zahlt mehr!) wieder in den Staatshaushalt zurückgeholt. Da passt das Argument mit „Ökoprämie-Anreizen“ gar nicht zusammen.

 

Den konventionellen Autokäufer stört das ohnehin nicht, sonst würden ja – Stichwort Angebot und Nachfrage – die Autoverkäufe jetzt schon einbrechen. Wenn das aber bereits der Fall ist, stützen wohl – EU-bedingt – nur noch Mehrfachzulassungen ein und desselben Fahrzeugs die Statistikargumente und den Aktienkurs des jeweiligen Herstellers. Der Endverbraucher ist maximal empfänglich für den Preisvorteil. Den nimmt er sich, von wo das Automobil auch daher kommen mag.

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