Zu viel des Guten?

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Zu viel des Guten?

Der neue Audi A6 Avant ist ein richtig feines Auto geworden und lässt sich sogar mit kleinem Sachbezug fahren. Bei den Assistenzsystemen ist man aber teilweise übers Ziel hinausgeschossen.

Auch wenn die Verkaufszahlen von Audi im Vorjahr nicht ganz auf dem gewünschten Niveau waren, Begehrlichkeiten weckt die Marke allemal, das hat man auch auf der Vienna Autoshow gesehen. Der neue A6 Avant ist da keine Ausnahme, im Gegenteil. Wer zur S-Line-Ausstattung greift, der bekommt einen optischen Muskelprotz, die neue Nomenklatur - auf unserem Testauto prangte 45 TDI - ließ manchen Beobachter vermuten, dass da gar ein 4,5-Liter-Achtzylinder-Turbodiesel unter der Haube wäre. In Wahrheit werkelt da der kleine Sechszylinder TDI mit 231 PS, der seine Sache tadellos macht. Alle Motoren sind übrigens mit Mild-Hybrid-Technik ausgestattet, ein Start-Generator unterstützt dabei den Verbrenner und spart Sprit, das Start-Stopp-System schaltet das Triebwerk bereits beim Hinrollen zur Ampel aus. In nur 6,5 Sekunden ist der quattrogetriebene A6 Avant auf 100 km/h, der Durchschnittsverbrauch von rund 7,5 Litern ist in Ordnung.

Knackt sogar noch die 121 Gramm

Wer den A6 als Firmenauto ins Visier nimmt, sollte sich allerdings vielleicht doch für den 40 TDI, einen Vierzylinder mit 204 PS entscheiden, denn der schafft - vorderradgetrieben - je nach Ausstattung auch noch die für den Sachbezug wichtige Grenze von 121 Gramm CO2 pro Kilometer. Wie man aus dem Vollen schöpft, hat Audi bei unserem Testwagen eindrucksvoll gezeigt. Die Liste aller Extras aufzulisten, würde den Rahmen sprengen, jedenfalls wurden zum Grundpreis von 69.500 Euro stolze 46.500 Euro an Optionen investiert. Mehr als 8.000 Euro davon in alle möglichen Assistenzsysteme, die teilweise aber mit Skepsis beobachtet wurden.

Bevormundung durch Assistenten

Wer nicht möchte, dass der Computer permanent mit Lenkeingriffen die Linie korrigiert, der muss vor jedem Start den Spurhalteassistenten in Pause schicken. Und ein Totwinkelassistent ist zwar eine feine Sache, wenn man beim Spurwechsel aber gegen das Lenken des Assistenten ankämpfen muss, der selbst nach dem kritischen Bereich spürbar protestiert, wird auch dieses Helferlein deaktiviert. Und schlimmstenfalls kann zu viel Assistenz sogar gefährlich werden, wie der ÖAMTC mit just unserem Testauto festgestellt hat. Ist der prädiktive, also vorausschauende Effizienzassistent aktiv, arbeiten Abstandstempomat und Navi zusammen, um möglichst viel Treibstoff zu sparen. Im ÖAMTC-Test hat der Audi aber unerwartet auf der Überholspur zu bremsen begonnen, da der Fahrer dem Navi nicht auf die Autobahnausfahrt gefolgt, sondern weitergefahren ist. Der Assistent wähnte das Fahrzeug aber bereits am Verzögerungsstreifen, ein schwerwiegender Irrtum. Auch wenn viele Assistenzsysteme das Autofahren sicherer gestalten, zu 100 Prozent verlassen sollte man sich nach wie vor nicht darauf. •

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