BMW M850i: Petroleusaurus Rex

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BMW M850i: Petroleusaurus Rex

Kurz vor ihrem Untergang waren die Dinosaurier am größten. Oder wittert der geborene Katholik angesichts der Opulenz im BMW M850i einfach nur reflexartig eine Art Weltuntergang?

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In den einschlägigen Petrol-Postillen betonen die Klageweiber des auslaufenden Ölzeitalters gern, dass der neue 8er-BMW kein Sportwagen sei. Ein Gran Tourismo vielmehr, ein Reisemobil, zugegeben mehr als ausreichend motorisiert und perfekt abgestimmt sowohl für die ganz langen Geraden als auch die gewundenen, sonderbaren Wege des Herrn (Fahrers).

Die lichten Höhen der Leistung

Vor allem auf letzteren spielt das Sportfahrwerk mit den adaptiven Stoßdämpfern, vom Elektronengehirn gesteuerter Wankstabilisierung und Allradlenkung seine Stärken aus. Die Agilität des 8ers, die im engeren Geläuf natürlich von den Abmessungen (4.843 x 1.902 x 1.341 mm, Radstand 2.822 mm) begrenzt wird, flößt schon auf den ersten Kilometern ein Sicherheitsgefühl ein, das im Herkunftsland des schnellen Bayerischen wohl Gottvertrauen heißt. Während der Erprobung desselben tritt zwangsläufig Grübeln über die Dekadenz von so viel Leistung ein, während in den Innenstädten die Schulkinder demonstrierend CO2-Steuern einfordern. 530 PS nutzt das wie ein bösartiger Rochen flach über dem Asphalt kauernde riesige Coupé, um in 3,8 Sekunden Landstraßengeschwindigkeit hinter sich zu lassen. Angesichts der mühelosen Wucht aus dem V8-Bi-Turbo ist es verblüffend, dass sich bei sanftem Rollen der Verbrauch sogar unter zehn Liter drücken lässt. Allerdings wird das dem Naserümpfen der Freitagskinder kaum Abbruch tun. Bei ihnen würde eher der Markenbruder i8 reüssieren. Der Hybrid-Cyberpunk hat dem Petroleusaurus Rex gegenüber ja auch einen Gewichtsvorteil von mehr als 400 Kilogramm. Dafür führt der Achttöpfer eben die Reisetauglichkeit ins Treffen: Gepäckraum und erste Sitzreihe bieten geradezu komfortable Verhältnisse für den Trip zu zweit, die hintere Sitzreihe hätte man sich hingegen sparen können. So klein sind die Kinder in diesen Zeiten des Überflusses nur noch selten.

Dezent geht anders Leider erlahmt der "Bad-boy-Sex-Appeal" der aggressiven Front angesichts des knautschig wirkenden Hinterteils ein wenig. Aus der Mittelkonsole ragt, wo sich bisher ein Technikverliebtheit ausstrahlender Ergonomie-Monolith der Hand des Piloten darbot, nun ein faux-kristallener Wählhebel. Dass ein Auto wie der 8er im Ganzen und im Detail Aufsehen erregt, wundert aber eh keinen. Dezenter Auftritt ist seine Sache nicht.

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