Skoda Kamiq: Hohes Ross im Kleinformat

Printer
Skoda Kamiq: Hohes Ross im Kleinformat

Mit dem Kamiq verlängert Skoda seine SUV-Palette in den Kompaktbereich hinein. Wir haben den Dreizylinder-Benziner mit 115 PS und 7-Gang-DSG getestet.

Advertisement

Es war schon wärmer im Wienerwald, also schalte ich gern die zweistufige Sitzheizung ein, wenn ich morgens losfahre im Skoda Kamiq, dem brandneuen SUV-Modell, das die Palette der tschechischen Geländewagen-Antäuscher nach unten hin abrundet. Und dann geht's schon los: die Fahrt einerseits, das Grübeln andererseits.

Politisch unkorrekt?

Denn: Nach dem ersten Kennenlernen, Einstellen, Reinspüren - in das markenüblich perfekte Fahrzeug - ist die zweifelnde Frage da, die das eigentliche Dilemma des grundsympathischen Kompakt-SUV bleibt. Sollte man sich nicht lieber gleich den politisch unverdächtigeren Scala nehmen? Der wäre angesichts der Flut von Kompakt-SUV auf unseren Straßen auch deutlich eigenständiger. Oder lohnt es sich, auf das etwas höhere Ross zu setzen, Zeitgeist hin, Klima her?

Die Lösung des Dilemmas muss ein jeder selber finden; vom automobilen Nutzwert her bleiben sich die beiden Skoda-Brüder nichts schuldig. Die bequemere Einstiegshöhe im Kamiq erkauft man sich mit 67 Liter Kofferraumvolumen, höherer Ladekante und einem halben Liter höheren Normverbrauch. Dass der Durst des 115-PS-Benziners bei eingangs erwähntem Herbstwetter kaum unter die 7-Liter-Marke fällt, möchte man teilweise ebenfalls der Bauform ankreiden.

Der Streber im Blechkleid

An inneren Werten scheint über den cleveren Eiskratzer im Tankdeckel hinaus der Türkantenschutz erwähnenswert, im Tester als Extra für knapp 150 Euro verbaut. Eine schlaue und gut funktionierende Lösung für den Grobmotoriker in der engen Tiefgarage, wenn sich der Kontakt mit Betonwand oder Blech des Nebenmanns beim Aufschwingen der Tür nicht vermeiden lässt. Eine schöne Spielerei ist das virtuelle Cockpit; seltsam nur, dass man je nach Ansichtsvariante auf die Anzeige der Uhrzeit verzichten muss. Dass das Informationsangebot auf beiden Displays generell ein nutzloses Übermaß angenommen hat, ist kein Skoda-Fehler. Das machen jetzt alle so. Preislich ist unser Testauto in Style-Ausstattung mit über 27.000 Euro im oberen Feld angesiedelt, der Basis-Kamiq mit 95 PS als "Active" startet bei 19.570 Euro.

Der Drache aus Jungbunzlau

Der Drache aus Jungbunzlau

Ein drachenhautgoldener Škoda Superb Combi mit 272 PS für knapp 70.000 Euro? Dieses Auto zeigt, was bei der tschechischen VW-Tochter aus Mladá Boleslav - zu deutsch Jungbunzlau - mittlerweile technisch wie preislich möglich ist.

Erfahren Sie mehr

Diese Website verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Um mehr über die von uns verwendeten Cookies zu erfahren, können Sie unsere RICHTLINIEN FÜR DATENSCHUTZ UND VERWENDUNG VON COOKIES aufrufen.

OK