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Mercedes S-Klasse: Bitte mit Chauffeur

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Mercedes S-Klasse: Bitte mit Chauffeur

Ein feiner Dieselmotor gepaart mit unglaublichen Verbrauchswerten, eine beeindruckende Allradlenkung! Aber was ist denn bei der Ergonomie passiert?

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Die S-Klasse von Mercedes war schon immer ein besonderes Stück deutscher Ingenieurskunst. Ein Fahrzeug, mit dem man oftmals schon Maßstäbe in Stuttgart gesetzt hat, um das man von manch anderer Marke beneidet wurde. Und ein Auto, das technisch von A bis Z zu überzeugen wusste. Dass unter der wuchtigen Haube unseres Testwagens ein – man verzeihe den Ausdruck – ordinärer Dieselmotor seine Pflicht tut, überrascht zunächst. Kein Hybrid, kein Plug-in und auch kein E-Antrieb, der Selbstzünder ist im S 350 d auf sich allein gestellt. Und er macht seine Sache schlichtweg formidabel. Mit 286 PS hat er mehr als ausreichend Power, akustisch hält sich der Sechszylinder so zurück, wie man es in einer S-Klasse auch erwarten darf. An der Tankstelle dann eine echte Überraschung! Knapp unter sechs Liter sind für ein Auto dieser Größenordnung samt Allradantrieb eine Wucht, Hut ab! Nicht weniger beeindruckend ist der Wendekreis von 10,9 Metern, wenn man sich – und das ist keine Empfehlung, sondern schon fast ein Auftrag – für die Allradlenkung entschieden hat. Wie man auf dem rechten Bild sieht, ist der Lenkwinkel an der Hinterachse deutlich sichtbar und lässt die S-Klasse in einem Zug wenden, wo sich manch Kompakter schwer tut. Und auch die Auf-und Abfahrten von Parkhäusern werden fortan nur milde belächelt.

(Zu) viele Ergonomie-Patzer
Der Innenraum versprüht Luxus pur, Hauptaugenmerk liegt klar auf dem Fond. Dort macht man es sich auf feinstem Leder gemütlich, legt sein Haupt in unfassbar kuschelige Kopfpolster und lässt sich dabei massieren. Das Leben kann echt schön sein, wenn man einen Chauffeur hat. Denn dann bekommt man auch nicht mit, welche Mercedes-untypischen Patzer man sich bei der Ergonomie rund um den Fahrer geleistet hat. Das beginnt beim Einsteigen. Die Griffmulde zum Zuziehen ist zu weit hinten angebracht. Was bei weiter geöffneter Tür zur Folge hat, dass man dort mitunter nicht mehr hinkommt. Beim Maybach-Modell und dem EQS gibt es optional elektrisch öffnende und schließende Komforttüren, bei der S-Klasse fehlt das Feature aber. Die in der Tür untergebrachte elektrische Sitzverstellung gibt es bei Mercedes seit Jahrzehnten, eigentlich ein Vorbild an Ergonomie. Auf den ersten Blick ist auch alles wie immer, bei der Bedienung stellt man aber fest, dass die einst beweglichen Symbole nun fix sind und per Touch bedient werden, was mehr schlecht als recht funktioniert. Die Touch-Seuche – die es auch bei anderen Herstellern immer öfter gibt – hat nun ebenfalls beim Lenkrad Einzug gehalten. Was zur Folge hat, dass etwa die Fläche für den Tempomaten zwei bis drei Mal gedrückt werden muss, ehe sie reagiert. Dass nun auch die Temperaturregelung in den Touchscreen gewandert ist, ist ebenfalls alles andere als eine Verbesserung der Ergonomie.

121.390 Euro verlangt Mercedes für die Langversion des S 350 d 4Matic, 174.709 Euro standen am Preiszettel unseres nicht gerade sparsam mit Extras ausstaffierten Testwagens. Der Chauffeur kommt noch dazu.

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