Der Dritte im Bunde

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Der Dritte im Bunde
Johannes Posch

Mild-Hybrid und Plug-in-Hybrid gibt es beim Kuga schon länger. Nun kam der Vollhybrid hinzu. Bietet er den ultimativen "Sweet-Spot" beider Welten?

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Das Prinzip "entweder/oder" scheint bei Ford nicht sonderlich beliebt zu sein. Man belässt es lieber bei "und". Dementsprechend gibt es den Kuga nun tatsächlich – mit Ausnahme einer vollelektrischen Version – mit jeder elektrifizierten Antriebsversion, die die aktuelle Technik hergibt. Dabei soll der Vollhybrid (FHEV) die einladende Kombination aus niedrigem Verbrauch – vor allem inder Stadt – und einer üppigen Gesamtreichweite von über 1.000 Kilometern mitbringen. Und das stimmt auch – wenn auch nicht uneingeschränkt. Während wir auf unserer Testrunde überzeugende 5,2 Liter pro 100 Kilometer und damit sogar ein ganzes Stück weniger als nach WLTP (5,7 bis 6,3 Liter) maßen, gönnt sich der Kuga Hybrid auf der Autobahn gern um die 6,5 Liter. Ohne Tankstopp von Wien nach Dubrovnik fahren, spielt es also nicht. Aber wie oft macht man das schon

Vom Segeln und Rekuperieren
Nicht unwesentlich an diesem "Erfolg" beteiligt ist das stufenlose Getriebe des Kuga Vollhybrid. Naturgemäß straft es den Fahrer nämlich mit für europäische Ohren immer noch unangenehmem Dauerröhren des Motors, wenn man einen zu schweren Gasfuß an den Tag legt. Das ist hier zwar halb so wild, weil der Vierzylinder ausgezeichnet gedämmt ist, motiviert aber dennoch dazu, es doch etwas gemütlicher angehen zu lassen und seinen Spieltrieb in Sachen Segeln und der Anwendung der überraschend starken Rekuperation auszuleben. Die Lenkung ist einigermaßen direkt und Ford-typisch gefühlvoll, die Bremsen sind standhaft und gut dosierbar und das Fahrwerk ist durchaus Langstrecken- und auch Landstraßen-tauglich, reagiert dafür aber auf kürzere Stöße recht harsch.

Ein bisschen nobel
In Sachen Interieur warten beim Vollhybrid im Vergleich zu seinen Brüdern keine Überraschungen. Party-Tricks wie die 2:1 umklapp-und verschiebbare Rückbank sind immer noch praktisch und willkommen, der gut nutzbare Kofferraum mit identischem Volumen wie beim Plug-in sowieso. Und da unser Testwagen in der Top-Ausstattung Vignale vor unsere Redaktion rollte, gibt es auch in Sachen Ausstattung nach wie vor nichts zu meckern. Einzig bei der Verarbeitung verorteten wir bei früheren Testwagen Nachbesserungsbedarf. Und siehe da: Ford scheint zugehört zu haben. Bei diesem Auto knarzte nichts mehr. Sehr gut!
 

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