Begeisterung der Vernunft

Printer
Begeisterung der Vernunft

Fahrzeuge wie der Suzuki Swace liegen nicht gerade im Trend. Nach knapp 16.000 Kilometer im Dauertest fragen wir uns mehr und mehr: Warum?

Advertisement

Es würden viel weniger Autos verkauft, wenn die Menschen nicht so emotional über Autos denken würden. Dieser kluge Satz aus dem Munde eines früheren österreichischen Importeurchefs ließe sich auch umdrehen: Welche Autos würden eigentlich verkauft, wenn die Leute rationaler an die Autobeschaffungherangingen?

Nichts fürs Reptiliengehirn
Auftritt des Suzuki Swace? Das wäre ein bisschen unfair, denn der vollhybride Kompaktkombi weiß sehr wohl zu begeistern – und das gilt auch für sein Toyota-Brudermodell, den Corolla TS. Aber es ist eine langsam wachsende und dafür vielleicht dauerhaftere Begeisterung, mehr eine Begeisterung der Vernunftregionen im Gehirn als eine Stimulation des Reptiliengehirns.

Es beginnt, wenn eine stille Freude im Fahrer aufkeimt, nachdem der Durchschnittsverbrauch bei einer Urlaubsfahrt mit hohem Autobahnanteil um die 5,5-Liter-Marke pendelt, trotz Beladung mit "Zimmer-Kuchl-Kabinett" samt Mamas Schuhsammlung. Dass dabei dank der 98 Benzin-PS plus 53 Elektro-Kilowatt auch immer ausreichend Kraft zur Verfügung steht, sorgt ebenso zuverlässig für stille Befriedigung, die richtige Wahl getroffen zu haben. Den sehr menschlichen Anschaffungspreis trägt der Vernunftbegabte ohnehin mit stoischem Gleichmut mit sich herum, ohne groß an Zoom-Stammtischen oder bei Familien-Skype-Meetings damit angeben zumüssen. Kein SUV, hm, damit kommuniziert man geistige wie körperliche Beweglichkeit.

Gegenargumente? Nun ja, kleinere. Das stufenlose CVT-Getriebe arbeitet wie der Hybridantrieb selbst nach einer mittlerweile langen Evolution sehr zivilisiert, nur abwärts im Schiebebetrieb gibt's Komantschen-Geheul. Im (von Toyota übernommenen) Cockpit des Testers findet sich zwar ein Navi-Button, navigieren muss allerdings das Smartphone. Dieses wiederum kann nur über einen der beiden USB-Ports, die Apple-CarPlay oder Android-Auto-App auf den 7-Zoll-Screen werfen. All das kann einem die Freude über den ökonomischen und durchaus feschen Wagen aber keinesfalls nachhaltig trüben.

David der Moderne

David der Moderne

Der VW T-Roc gibt Anlass zu philosophischen Betrachtungenüber Größe und die Zeiten, in denen wir leben. Zwischen "New Erdbeersteigerl" und T-Roc R testen wir die Variante mit 150-PS-Benziner.

Erfahren Sie mehr