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Achtung Überwachung: Wofür Reifendruck-Sensoren noch genutzt werden können

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stock.adobe.com/Setia-Fitra

Ein Schweizer Forscherteam hat einen bisher vernachlässigten Weg zur Überwachung von Individuen entdeckt. Das Reifendruck-Kontrollsystem (RDKS) kommuniziert mit dem Fahrzeug und öffnet somit ungeahnte Tore.

Forschende am IMDEA Networks Institut haben eine erschreckende These aufgestellt und sie auch gleich bewiesen. Seit 2014 sind in der EU RDK-Systeme für jedes neu verkaufte Fahrzeug vorgeschrieben. Was nicht vorgeschrieben wurde, ist eine Verschlüsselung dieser Kommunikation zum Fahrzeug. Für viele andere Helfer im Fahrzeug ist die Verschlüsselung der Kommunikation ganz logisch und Industriestandard. Was die frei herumfliegenden Daten so kritisch macht, ist die eindeutige Zuordenbarkeit. Denn, um zu vermeiden, dass die Informationen vom nebenherfahrenden Fahrzeug aufgefangen und fälschlicherweise verarbeitet werden, hat jeder Sensor eine eindeutige ID. Außerdem funken die Sensoren so stark, dass sie auch in 50 Metern Entfernung abgefangen werden können. Was es allerdings noch kritischer für die Forschenden macht, ist, dass die Geräte zum Abfangen der Daten für weniger als 100 Dollar erhältlich und in ihrer Bauform eher klein sind. Somit wäre es ein Leichtes ein Netz aus Empfängern aufzustellen und Bewegungsprofile von einzelnen Personen anzufertigen. 

Cybersecurity Regularien seit 2022

Über 50 Länder der Erde, inklusive aller EU-Länder und OECD-Nationen haben sich 2022 auf ein Datensicherheitszertifikat geeinigt, denen alle neuen Fahrzeuge, die in den Ländern gehandelt werden wollen, unterliegen. Erstaunlicherweise wird die Reifendrucküberwachung (engl. TPMS – Tire Pressure Monitoring System) in diesem Zertifizierungsprozess nicht bedacht. Lizarribar und sein Team haben es nicht nur geschafft Bewegungsmuster von einzelnen Fahrzeugen zu erzeugen, sie konnten dank der Daten der Sensoren auch Rückschlüsse auf die Beladung beziehungsweise die veränderte Beladung auf Grund von Luftdruckschwankungen ziehen. Der Einsatzzweck für diese Technologie ist vielfältig und besorgniserregend. Eine Technologie, die einst dafür gedacht war, die Sicherheit im Straßenverkehr zu verbessern, kann auf bisher noch ungeahnten Missbrauch stoßen.

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