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Geopolitische Spannungen in der Straße von Hormus lassen Containerbuchungen einbrechen. Neue Schifffahrtsdaten von Dun & Bradstreet zeigen deutliche Auswirkungen auf den globalen Warenverkehr.
Innerhalb weniger Tage haben sich Containerbuchungen und Stornierungen massiv verschoben – ein klares Signal dafür, dass Unternehmen ihre Lieferketten kurzfristig anpassen.
Zwischen dem 1. und 3. März gingen neu gebuchte Importvolumina für Containertransporte gegenüber dem gleichen Zeitraum der Vorwoche um 59 Prozent zurück – von 25,1 Millionen auf 10,4 Millionen Euro. Gleichzeitig stiegen die Stornierungen um 364 Prozent auf 37,2 Millionen Euro. Insgesamt überstiegen die stornierten Importvolumina die Neubuchungen in diesem Zeitraum um 265 Prozent. Besonders deutlich zeigte sich die Entwicklung am 3. März: 21,8 Millionen Euro Transportwert wurde storniert, während nur 1,9 Millionen neu gebucht wurden – das niedrigste Werktags-Buchungsniveau seit Anfang 2024. Auch bei Exporten ist ein deutlicher Rückgang zu beobachten. Das rollierende Sieben-Tage-Buchungsvolumen sank seit Mitte Februar um mehr als 40 Prozent – von 34,8 Millionen auf 19,9 Millionen Euro. Zwischen dem 1. und 3. März gingen die Neubuchungen um 40 Prozent zurück, während Stornierungen um 56 Prozent zunahmen. Am 3. März überstiegen die Stornierungen erstmals die neuen Buchungen.
Die Auswirkungen betreffen zahlreiche Branchen. Besonders häufig betroffen sind Unternehmen aus dem Transportsektor (18 Prozent) und dem Großhandel (27,5 Prozent). Gemeinsam mit lebensmittelbezogenen Branchen machen sie rund 55 Prozent der betroffenen Unternehmen aus. Insgesamt wurden bis zum 3. März bereits 3.373 Unternehmen identifiziert, die seit Ende Februar mindestens eine Lieferstornierung im Zusammenhang mit Hormus-Transitverkehren verzeichneten. Rund 80 Prozent davon sind Mikro- oder Kleinunternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitenden. Die Stornierungen betreffen eine breite Palette von Waren – darunter Maschinen, Fahrzeuge und Fahrzeugteile, Kunststoffe, Papier- und Holzprodukte sowie Lebensmittel wie Obst, Nüsse und Milchprodukte. Auch Metalle und chemische Produkte sind betroffen.
Erste Anpassungen der Logistikrouten sind ebenfalls erkennbar, etwa Umleitungen innerhalb der Vereinigten Arabischen Emirate über große Häfen wie Jebel Ali. Für Unternehmen liefern solche Veränderungen wichtige Frühindikatoren für Lieferkettenrisiken. „Wenn Stornierungen über mehrere Tage hinweg die Neubuchungen übersteigen, ist das ein klares Signal dafür, dass Unternehmen ihre Lieferketten kurzfristig neu kalibrieren“, sagt Dirk Radetzki, Chief Regional Officer Central Europe bei Dun & Bradstreet. Für Unternehmen werde es daher: „immer wichtiger, Handelsdaten, Unternehmensinformationen und Risikokennzahlen zu verknüpfen, um Störungen frühzeitig zu erkennen.“
Die aktuellen Daten verdeutlichen, wie schnell geopolitische Spannungen eine der wichtigsten maritimen Handelsrouten der Welt beeinflussen können – mit potenziellen Folgen für Lieferketten und Unternehmen weltweit.
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