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Test: Ford Focus ST

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"Last Orders" heißt es bei Ford in der kleinen und bald auch in der Kompaktklasse. Da ist eine potente Rennsemmel wie der Ford Focus ST für Nostalgiker eventuell eine gute Investition.

Jünger müsste man sein! So knappe 25 Jahre vielleicht, dann könnte man das hier so richtig genießen: Das prollig-rotzige Bellen beim Anspringen des Vierzylindermotors, die spielerische Leichtigkeit, mit der sich der Wagen in hohem Tempo durch die Kurven jagen lässt, der knackige Handschalter, Zwischengas geben – Unnötig, ja, aber klappt das noch, mit großer Zehe und Außenrist? – und das ganze Getue, das noch eine Rolle spielte, als man selbstverständlich jung und wild und dem Schumi sein Bruder im Geiste war.

Perfekt auf Krawall gebürstet
Doch auch im Heute, in dem Mobilität anders, defensiver verhandelt werden will, lassen sich die Meriten des Ford Focus ST nicht ganz abstreiten. Das Paket ist perfekt geschnürt, es tut das, was es verspricht: eine automotive Spaßmaschine sein. Bei der Einstellung der Fahrmodi kann man vier Abstufungen zwischen "rutschig" und "Rennstrecke" wählen, auf ein Greenwashing mittels Öko-Modus wird von vornherein verzichtet. Das stünde dem feuerroten Spaßmobil angesichts reeller Verbräuche, die allzu schnell ins Zweistellige ausschlagen, wohl nur schlecht zu Gesicht und interessiert die Zielgruppe auch nicht die Bohne.

Perfekt auch das nun rundum digitalisierte Cockpit mit den straffen Sportsitzen, mit dem der Pilot – Sag' nicht "Fahrer" zu einem, der eine solche Rennsemmel sein Eigen nennt! – verwachsen kann, um das Erste-Sahne-Handling denn auch so richtig auskosten zu können. Der lustvoll hochdrehende Motor liefert im Zusammenspiel mit dem präzisen Getriebe derart Vortrieb an, dass es schon einer Rennstrecke – oder im öffentlichen Raum eines gesunden Glaubens an die Absenz von Behördenvertretern – bedarf, um die Leistungsspanne des Focus ST annähernd auszureizen. Weniger gebraucht wird fahrerisches Können, springen doch elektronische Fahrassistenten stets bei, bevor es eng wird. Nennen wir es nicht Vollkaskomentalität, sondern schöne neue Zeit.

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