Immer mehr Korrosionsschäden

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Auf Initiative derÖsterreichischen Gesellschaft für Straßen-und Verkehrswesen (GSV) fand ein Expertenforum zum Thema "Korrosionsschäden an Fahrzeugen durch aggressive Streumittel - gibt es Alternativen?" statt.

Bei zweistelligen Minusgraden wird, um dasösterreichische Straßennetz schnee-und eisfrei zu halten, Calciumchlorid verwendet. Dieses erhöht jedoch die Korrosionsanfälligkeit bereits bei jungen Fahrzeugen. Dr. Christian Pesau, Geschäftsführer des Arbeitskreises der Automobilimporteure in der Industriellenvereinigung: "Aus unserer Sichtverursacht der Einsatz dieser aggressiv wirkenden Streumittel einen beträchtlichen volkswirtschaftlichen Schaden. Die steigenden Gewährleistungskosten für die Instandsetzung dieser Schäden müssen in die Fahrzeugpreise eingerechnet werden. Nach Ende der Gewährleistungs-und Garantiefristen müssen die Endverbraucher diese Kosten selbst tragen. Die in Österreich im Vergleich zu anderen topografisch ähnlichen Ländern streng gehaltene Wegehalterhaftung darf nicht zum Schaden der Autofahrer führen."

Ins gleiche Horn stößt Hans Schmidinger, Leiter Service Technik der Porsche Holding, der steigende Schäden aufgrund aggressiver Auftaumittel feststellt: "Der Kunde schiebt das auf das Fahrzeug, obwohl der Hersteller nichts dafür kann. Wir zahlen zum Beispiel Kulanzkosten, die höher als die Garantiekosten sind." Schmidinger fordert mehr "Weißräumung" wie in der Schweiz, das heißt Schneefahrbahn mit Splitt: "Es muss die Fahrbahn nicht immer salznass sein."

Handlungsbedarf bei Gemeinden

Den Wegehaltern inÖsterreich (ASFINAG, Landesregierungen und Gemeinden) wird vorgeworfen, durch Verwenden aggressiver Auftausalze verstärkt für Korrosionsschäden an Fahrzeugen verantwortlich zu sein. Dr. Josef Fiala, Geschäftsführer der ASFINAG Service Gesellschaft, entgegnet: "Wir reduzierten in den letzten Jahren den Prozentsatz von Calciumchlorid von 4,4 auf 2,5. Trotz dieser Verbesserungen dürfen die Verfügbarkeit und Verkehrssicherheit für die Autofahrer nicht gefährdet sein."

Laut wHR Dipl.-Ing. Josef Decker, Leiter Abteilung Straßenbetrieb Land NÖ, ist eine Optimierung des Winterdienstes in jedem Bereich permanent gefordert: "In den letzten Jahren reduzierten wir durch Mitarbeiterschulungen und Optimierungen im technischen Bereich den Streumitteleinsatz, abhängig vom jeweiligen Winter, deutlich. Das ist nicht nur aus Kostengründen notwendig. Handlungsbedarf sehe ich aber in den einzelnen Gemeinden. Diese Problematik werden wir entsprechend kommunizieren."

Verbesserungsvorschläge

Die Automobilimporteure haben Lösungsansätze, um Korrosionsschäden an bereits jungen Fahrzeugen aufgrund Salzstreuung zu reduzieren.

* Wegehalterhaftung entschärfen (an Schweiz und Deutschland anpassen)

* Nassstreuung nur noch mit Natriumchlorid

* Auf Calciumchlorid gänzlich verzichten

* Menge der Ausbringung von Streusalz verringern (Verantwortung weg vom Fahrer)

* Auf niederrangigem Straßennetz und in Schigebieten auf Salzstreuung verzichten, gegebenenfalls abstumpfende Streumittel einsetzen

* Alternative Auftaumittel, zum Beispiel Zuckermelasse einsetzen

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