• Home
  • Exklusiv
  • Assistenzsysteme: Stütze oder Bevormundung?

Assistenzsysteme: Stütze oder Bevormundung?

Printer
Assistenzsysteme: Stütze oder Bevormundung?

Ob ein Assistenzsystem als lästig erscheinen mag, hängt nur wenig mit der Technik zusammen. Eher damit, wie sehr man sich selbst eigene Fehler eingesteht.

Advertisement

Die Straße sicherer machen – ein Motto, unter dem seit Jahrzehnten neue Technologien eingeführt wurden. Alle mit der Aufgabe, Menschenleben zu retten. Um nichts anderes geht es bei Assistenzsystemen, die streng genommen schon mit ABS vor fast einem halben Jahrhundert ihren Siegeszug starteten. Es lehrt uns aber leider die Geschichte, dass sich unsereins immer gerne aus der Verantwortung stiehlt, sobald es die Gelegenheit dazu gibt.

Allrad? Dann kann ich ja eh Gas geben! ABS? Dann muss ich bei nasser Straße ja eh nicht aufpassen. Einparkhilfe? Dann kann ich ja eh schwungvoll einparken. Die Liste ließe sich beliebig fortführen und tatsächlich gibt es Statistiken, die kurz nach der Einführung einer neuen Technologie ein Sinken der Unfallzahlen feststellten. Kurze Zeit später aber wieder einen deutlichen Anstieg, fast so, als ob die Menschheit nichts lernen würde.

Bei Assistenzsystemen kommt aber ein Faktor dazu. Hier greift das Auto aktiv in das Fahrgeschehen ein – und ertappt uns damit oftmals bei kleinen Schlampereien. Viele tun sich damit sicher schwer: Wer blinkt schon immer beim Abbiegen? Oder überfährt nie eine Linie? Vieles, über das man nicht nachdenkt – wie die korrekte Lenkradhaltung – kommt auf einmal ans Tageslicht, gnadenlos aufgedeckt vom eigenen Automobil. Und da gehören natürlich auch die Tempoüberschreitungen dazu, über die – so ehrlich wollen wir sein – niemand nachdenkt. Natürlich kann man sich darüber aufregen. Man muss aber zugeben, dass das Auto meist Recht hat.

Sehen wir es also als kleine Erziehungsmaßnahme, die zu Zeiten drastisch gestiegener Strafen fürs Rasen vielleicht eh nicht schaden würde. Und wer doch meint, es besser zu wissen als sein Auto, kann ja alles abdrehen. Die letzte Verantwortung trägt ja immer noch der Fahrer – egal, ob das jetzt immer schlau ist oder nicht.

Diese Website verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Um mehr über die von uns verwendeten Cookies zu erfahren, können Sie unsere RICHTLINIEN FÜR DATENSCHUTZ UND VERWENDUNG VON COOKIES aufrufen.

OK