Test: Kia EV4
Die elektrische Kompaktklasse ist dieser Tage nicht gerade heiß umfehdet, umso willkommener Kias neuer, interessant geze...
Das letzte Jahr war für Stellantis in Österreich durchwegs erfolgreich. Die Herausforderungen für die nächsten Jahre sind aber mannigfaltig. Dennoch zeigt man sich gut gerüstet.
Dass der Fiat 500 nun auch als Hybrid kommt, ist vielleicht nur eine Kurzmeldung Wert. Für Markus Wildeis, Managing Director Stellantis Austria, steht er aber sinnbildlich für die flexible Herangehensweise des Konzerns an die komplexen Herausforderungen, die auf die Autoindustrie zukommen: „Die Frage ist ja ‚Quo vadis Europa?`, und in Österreich ist die Autoindustrie eine Kernwirtschaft.“ So gibt es für Wildeis drei gravierende Punkte, auf die es derzeit vor allem ankommt.
Kaum bis wenig tiefgreifend
Da wäre einmal die schwierige Marktlage: Zwar legte China deutlich, Nordamerika langsam und Südamerika und auch Asien leicht zu. Aber Europa? „Das ist die einzige Region, die nicht wächst“, so Wildeis. „Wir sind die drittgrößte Region, bewegen uns aber auf Position vier zu. So wird der Bestand nicht erneuert, was auch ökologisch schlecht ist.“ 2030 wird erwartet, dass China ein Drittel des Marktes beherrscht. Und weil die Tore zu den USA und Japan dicht sind, kommen die anderen Märkte umso mehr dran. „Diese Offensive passiert mit oder ohne uns.“
Obendrein bleibt noch die Transformation in der Antriebstechnik, wobei es hier primär um die Dauer selbiger geht. Derzeit müsse die Verbrennertechnologie weiterhin erneuert werden, was ein gravierender Wettbewerbsnachteil ist, da die Hersteller aus China nur vollelektrisch kommen. Für Wildeis ist klar, dass es diese Doppelgleisigkeit auch nach 2035 noch geben wird, „es geht aber auch um Regulation. Nirgendwo wird so reguliert wie in Europa, wir sind sogar überreguliert.“ In Nordeuropa habe man zum Beispiel einen E-Anteil von 70 Prozent, in Westeuropa nur 20 und in Südeuropa gar erst zehn. „Sprich, wir haben unterschiedliche Rahmenbedingungen, aber einheitliche Regelungen der EU. Das kann nicht funktionieren, wenn man alles der Wirtschaft aufbürdet.“ Da helfen die geplanten Änderungen mit der Aufweichung des Verbrenner-Aus nach 2035 nicht, so Wildeis. „Für aktuelle Herausforderungen gibt es gar keine Lösung, und auch danach sind die Lösungen zu wenig tiefgreifend und für N1 ist gar keine in Sicht.“
Wenn man es streng nimmt, gäbe es sogar noch Punkt vier: die schwierige Lage beim Export, wobei Stellantis hier nur am Rande betroffen ist: Als globales Unternehmen ist man nicht nur klar Marktführer in Südamerika sondern produziert auch dort. Und in den USA haben wir 34 Fabriken, sind in starker Position. Das unterscheidet uns auch von den Chinesen.“
Lösungen und Antworten
Womit wir wieder beim Fiat 500 Hybrid wären. Dank der Multi Energy-Plattformen ist es möglich, unterschiedlichste Antriebsvarianten anzubieten, und das wettbewerbsfähig. Schließlich stellt kein Hersteller zum Spaß Volumenmodelle auf Verbrennerplattform ein, aber „so können wir auch den Dumpingpreisen der Chinesen etwas entgegensetzen“, ergänzt Wildeis. Und dank dieser Multimotorenstrategie ergibt sich nebenher mit 52 rein elektrischen Modellen das breiteste E-Angebot am Markt. Doch da ist noch Luft nach oben. Deswegen entsteht in Kooperation mit Catl das größte Batterieprojekt in Europa mit einem Zielvolumen von 50 gwH pro Jahr und Cell-to-body-technology, bei der die Batteriezellen direkt in der Karosserie sitzen. Produktionsstart? Noch dieses Jahr.
Genauso übrigens wie zwei neue Modelle von Leapmotor, der anderen Kooperation von Stellantis, wobei in diesem Joint Venture mit dem chinesischen Hersteller 51 Prozent bei Stellantis liegen. „So bleibt die Wertschöpfung auch in Europa“, ergänzt Wildeis und erzählt zurecht stolz vom 1.000. Kaufvertrag, der im Dezember unterschrieben worden ist.
Wie der Markt bei uns generell lief? Da gab es interessante Entwicklungen: „Die Kaufkraft ist nicht so schlecht wie die Stimmung“, so Wildeis, „und das Wachstum wird von den Privatkunden getrieben.“ Mit 1,5 Prozentpunkten ist Stellantis auch der größte Gewinner im letzten Jahr gewesen, wobei Wildeis anmerkt, dass die Österreicher „Made in Europe“ durchaus schätzen: „Die Marken aus der EU haben 2,3 Prozentpunkte dazugewonnen, die vom Rest der Welt 2,3 verloren, wobei die chinesischen Produzenten zugelegt haben.“ Ebenso positiv bewertet Wildeis den Wegfall der Nutzfahrzeug-NoVA: „Zwar kann es aufgrund der kommenden Euro-7-Abgasnorm zu Vorzugskäufen kommen, die NoVA-Befreiung führt aber dennoch zu einer Erneuerung der Flotte.“
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