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Weit mehr als nur Scheibentausch

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Stefan Schmudermaier

Früher war der Tausch einer kaputten Windschutzscheibe eine Routinearbeit, durch den Einsatz von Assistenzsystemkameras hinter der Scheibe ist daraus eine äußerst komplexe Angelegenheit geworden.

Alle zwei Jahre treffen die besten Techniker des Carglass-Mutterkonzerns Belron aus über 30 Ländern zur Weltmeisterschaft für Reparatur und Scheibentausch zusammen. Auf den Gewinner wartet dabei nicht weniger als ein Jahresgehalt, entsprechend groß ist der Ansporn. Ende November fand in der kürzlich renovierten Carglass-Niederlassung in St. Pölten die Ausscheidung der österreichischen Vertreter statt. Wir durften bei der Gelegenheit auch einen Blick hinter die Kulissen werfen. 

Genauigkeit schlägt Geschwindigkeit
Die fachlich fundierte Einführung übernahm Regionaldirektor Robert Hochgerner, dem ein oder anderen Fernsehzuseher vermutlich auch als „Ich bin Robert von Carglass“ bekannt. Nach der Begrüßung durch Carglass-Österreich-Geschäftsführerin Galina Herzig bezogen die drei Finalisten Nicole Sommer (Graz), Rajko Severin Selinsek (Leibnitz) und Hosin Zauchner-Ibrahim (Wien) ihre Positionen an drei identen Fahrzeugen, bereits davor durchlief das Trio theoretische Tests. Obwohl die Stoppuhr mitlief, betonte Hochgerner, dass die Qualität der ausgeführten Arbeiten über der Zeit anzusiedeln ist. Beeindruckend zu sehen, mit welcher Akribie die Vorbereitungen in Angriff genommen wurden, ehe es dann beim Entfernen der alten Scheibe erstmals richtig ernst wurde. Dies geschieht mit einem feinen Faden, der sich unter die Scheibe legt, die Verklebungen durchtrennt und mittels Handkurbel aufgespult wird.

Ergonomische Arbeitsweise wichtig
Mit Saugnäpfen und einer ausgeklügelten, an der Seitenscheibe angebrachten Hebellösung wird die alte Scheibe dann entfernt, der Untergrund vorbereitet und die neue Scheibe auf etwaige Schäden kontrolliert. Nach dem Aufbringen des Klebers wird die neue Frontscheibe dann mit dem gleichen Tool wieder exakt platziert, der heikelste Teil des Prozesses. Anschließend werden die Dichtungen eingesetzt und die Kameramodule wieder montiert.
Aufwendige Kalibrierung der Assistenzsysteme
Erledigt ist die Arbeit damit aber noch lange nicht. Diese Kameras müssen nämlich wieder exakt ausgerichtet werden, auf den Zehntelmillimeter genau. Schließlich wäre eine kleine Abweichung etwa bei der für das LED-Matrix-Licht zuständigen Kamera gleichbedeutend mit einem – auf 100 Meter gerechnet – deutlichen Versatz. Ein spezielles Gerät von Bosch mit je nach Hersteller unterschiedlichen Rasterplatten unterstützt bei der Kalibrierung. Um diese nach Herstellervorgaben durchführen zu können, ist ein voller Treibstofftank sowie der korrekte Reifendruck nötig. Je nach Modell muss danach sogar noch eine Testfahrt mit bis zu 70 km/h erfolgen, das Prozedere dauert somit zwischen 30 und 90 Minuten. Spätestens dann wird klar, welch großer Aufwand nötig ist. 
Nicole Sommer holte sich schließlich den Sieg und darf zum Finale „Best of Belron 2026“ reisen, wir drücken die Daumen! 

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