Test: Nissan Qashqai Hybrid
Nissan bietet den Qashqai sowohl als normale Hybrid- als auch als e-Power-Version an. In der Praxis überzeugt der durch ...
Wenn man die Langversion eines Hochdach-Pkw noch länger und noch höher macht, muss das Ergebnis damit nicht automatisch noch besser werden. Im Falle des Mercedes Vaneo wurde es sogar noch deutlich schlimmer.
Wir alle erinnern uns noch an all die Geschichten rund um die erste A-Klasse. Das mit dem Elchtest, den umstürzenden Neubauten aus Stuttgart und dem hastig in Serie eingeführten ESP, um Image und Verkaufszahlen nicht endgültig abstürzen zu lassen. Sogar ein Werbespot mit Niki Lauda wurde kurzfristig umgesetzt, wo der Weltmeister objektiv in die Kamera sagt, dass der A nun sicher fährt und nicht umstürzt. Was aber kaum mehr jemand weiß: Es gab da einen großen Bruder, der noch weit absturzgefährdet war, weil noch höher. Und optisch noch fragwürdiger, vom Namen ganz zu schweigen.
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Wenn man es also so sehen möchte, dann ist der Vaneo nichts anderes als die Langversion der Langversion der ersten A-Klasse. Und da gehen die Probleme schon los, wenn man bedenkt, dass die Optik des frühen A schon etwas patschert war – so schmal und hoch. Jetzt hängt man an die Langversion aber noch einmal 20 Zentimeter in Höhe und 41 Zentimeter in Länge dran, was irgendwie wie die Bonsai-Version einer V-Klasse aussieht, oder eher wie der kleine Zwilling des V, der als Baby in den Suppentopf gefallen ist und alles austrinken musste, um zu überleben. Sogar Schiebetüren gabs hinten für diesen Wasserkopf auf Rädern, und irgendwie könnte man meinen, dass die Sitzreihen schon doppelstöckig montiert waren, so hoch, wie die Scheiben waren. Tatsächlich war aber dennoch nur genug Platz für eine Fondreihe, in der man aber eigentümlich komisch hoch oben saß. Zumindest die Cone Heads hätten in diesem Vehikel keine Probleme mit der Kopffreiheit gehabt.
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Gut, dann halt die Unternehmer, die so ein Vehikel allein wegen des Platzes brauchen. Aber auch die wollten nicht wirklich zugreifen, obwohl es den Vaneo nicht nur mit einteiliger, seeehr weit nach oben aufschwingender Heckklappe gab, sondern mit seitlich angeschlagenen Türen. Denn denen war der kleine Stern schlicht zu teuer. Und alle anderen, die gerne etwas Ungewöhnliches aus Stuttgart wollten, waren mit den As schon gut bedient. Wer um alles in der Welt sollte sich also einen Vaneo antun wollen?
Nicht einmal die Traditionalisten waren irgendwie zu überzeugen. Denn denen war der Sitzkomfort vor allem im Fond viel zu schlecht, die Motoren zu anspruchslos und die Verarbeitung alles andere als mercedesig. Rost? Wollen wir garnicht erst davon sprechen, wobei da die anderen Benze zu jener Zeit auch nicht besser waren. Obendrauf gab es seinerzeit in Berlin einen Verein für, sagen wir, sexuell etwas anders Orientierte, der genau auf den Namen Vaneo hörte, was bei der eher konservativen Klientel des Vaneo auch nicht so wirklich gut ankam. Kurz nach der Lancierung 2001 wurde den Verantwortlichen also ziemlich schnell klar, dass man nicht einmal in die Nähe des Erfolgs kam, dem man dem Mercedes in Form eines Hirntumors zugeschrieben hat.
Und zwar so weit entfernt von den ursprünglich geplanten Zahlen war man, dass es gerade Mal drei Jahre dauerte, ehe man den Vaneo, der so hoch hinaus wollte, in die ewigen Jagdgründe feuerte.
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