Renato Eggner: Regionalität ist Trumpf

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Renato Eggner: Regionalität ist Trumpf
(c): Raiffeisen

Renato Eggner, Geschäftsführer der Raiffeisen-Leasing Fuhrparkmanagement GmbH, über Fullservice-Leasing, warum man bei den E-Autos die Nase vorn hat und wie die Fuhrparkleiter-Versicherung ankommt.

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Österreich war vor einiger Zeit bei den Fullservice-Leasingverträgen deutlich hinter dem europäischen Schnitt. Mittlerweile erfreut sich diese Finanzierungsform steigender Beliebtheit. Wie hoch ist der Anteil derzeit bei Raiffeisen-Leasing und wie sieht die Tendenz aus?
Renato Eggner: Der Fullservice-Anteil macht bei der Raiffeisen-Leasing 18,6 Prozent aus. 2017 waren es 17,6 Prozent, der Anteil ist also innerhalb eines Jahres um einen Prozentpunkt gestiegen. Diese Zahl ist auch durchaus repräsentativ für den österreichischen Gesamtmarkt. Die Differenz zum europäischen Schnitt ist nach wie vor sehr groß, wird aber geringer. Die Marktentwicklung ist stark von gesetzlichen Rahmenbedingungen abhängig. Wir sehen auch anhand anderer Länder, dass sobald beispielsweise die Steuerbelastung für die Privatnutzung von Firmenfahrzeugen erhöht wird oder Regularien restriktiver werden, der Fullservice-Leasinganteil zurückgeht. Dies würde auch in Österreich passieren, wenn es zum Beispiel zu wenig Fahrzeuge gibt, die die Kriterien für 1,5 Prozent Sachbezug schaffen. Dann wäre die "Verlockung" groß, auf - vom Arbeitgeber unterstützte - Privatleasingverträge umzusteigen, bei denen diese Kriterien keine Rolle spielen. Im Endeffekt würde sich ein solches Vorgehen negativ auf die CO2-Emissionen auswirken.

KMUs sind weiterhin im Fokus vieler Anbieter. Wie sieht die Strategie in Ihrem Haus aus?
Raiffeisen ist traditionell regional stark aufgestellt und hat sich durch individuelle Betreuung vor Ort ein persönliches Vertrauensverhältnis zu jedem einzelnen Kunden aufgebaut. Von dieser Basis ausgehend liegen KMUs quasi in unserem "natürlichen" Fokus.

Von einem Boom kann man bei den E-Autos zwar nach wie vor nicht sprechen, Raiffeisen-Leasing hat aber immerhin die meisten E-Fahrzeuge finanziert. Was ist der Grund dafür?
E-Autos haben sich längst vom Nischenprodukt zu einer Mobilitätslösung für die breite Masse entwickelt. Raiffeisen-Leasing Fuhrparkmanagement hat sich in den letzten Jahren klar als Pionier in Sachen E-Mobilität positioniert. So sind wir etwa der einzige Fuhrparkmanager in Österreich, der sowohl nach der Qualitätsmanagementnorm ISO 9001:2015 als auch nach der Umweltmanagementnorm ISO 14001:2015 zertifiziert ist. Wir beraten unsere Kunden rund um das Thema E-Mobilität: Ausgangspunkt ist unsere Analyse des individuellen Fahrprofils, der Ladeinfrastruktur, der Kostenersparnis und Energieeffizienz (TCO-Vergleich) sowie der Einsparung von CO2-Emissionen. Darüber hinaus wird unseren Kunden der Umstieg mit "Rund-um-sorglos"-Paketen und einer ausführlichen Beratung zu Fördermöglichkeiten erleichtert. Unser Service geht aber über das Fuhrparkmanagement hinaus: Wir nutzen Synergien durch unser Know-how aus den Raiffeisen-Leasing WohnBau Projekten sowie aus dem Immobilien-Bereich betreffend Photovoltaik-Anlagen, Pufferspeicher, Lademanagement und Ladesäulen. Darüber hinaus haben wir bereits höchst erfolgreich Carsharing-Angebote mitkonzipiert und umgesetzt.

Wie sieht es mit den Restwerten aus? Ist aufgrund der Autos mit größerer Reichweite auch die Nachfrage entsprechend gestiegen?
Die Wertverlustkurve ist bei Elektroautos komplexer zu berechnen, denn sie ist von mehr Faktoren abhängig als bei konventionellen Fahrzeugen. Generell ist die Nachfrage nach gebrauchten E-Fahrzeugen aller Kategorien sehr gut. E-Fahrzeuge mit hoher Reichweite sind besonders gut nachgefragt, haben aber leider vielfach lange Lieferfristen, was dazu führt dass unsere Bestell-Pipeline immer größer wird.

Sie haben seit einiger Zeit eine Fuhrpark-App im Einsatz. Wie sind Ihre Erfahrungen damit und wie wird sie angenommen?
Die Fuhrpark-App - mit der wir seit 2015 Trendsetter am österreichischen Markt sind - wird sehr gut angenommen. Wir sehen, dass die App maßgeblicher Treiber der Digitalisierung ist und den Kundenwunsch nach größtmöglicher Convenience bedient. Sie spart den Dienstwagennutzern bei der Administration des Firmenwagens Zeit und Geld. So sind damit beispielsweise - die bisherige "Zettelwirtschaft" betreffend - Barbelege hinfällig oder im Pannenfall kann automatisiert ein Datenpaket mit der Position, den Fahrzeug- und Kontaktdaten verschickt werden, sodass die Pannenhilfe perfekt informiert starten kann.

Wie wird die Fuhrparkleiter-Versicherung angenommen?
Aufgrund der Vielzahl an Gesetzen und Regelungen kann es im Fuhrparkmanagement in der Praxis leider sehr schnell zu Vergehen kommen, die von einer herkömmlichen Rechtsschutzversicherung nicht abgedeckt werden. Fakt ist etwa, dass der Unternehmer/Fuhrparkleiter als Fahrzeughalter für Rechtsverletzungen seiner Mitarbeiter (Erfüllungsgehilfen) haftet. Vielen ist das Risiko (noch) nicht bewusst, es gilt noch Aufklärungs- und Pionierarbeit zu leisten. Wir haben diesen Bedarf erkannt. Mit unserer Mitte letzten Jahres eingeführten Fuhrparkleiterversicherung decken wir dieses Risiko als erster und einziger Anbieter in Österreich ab.

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