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Helden auf Rädern: Chevrolet SSR

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Chevrolet

Ein Pick-up ist cool, ein alter noch mehr. Dennoch funktioniert die Retro-Masche bei diesen Lastentieren eher nicht, wie Chevrolet mit dem SSR schmerzlich entdecken musste.

Es gab eine lange Zeit, da war die Autowelt ausschließlich nach vorne gerichtet. Zukunft ist super, weil alles wird besser, das galt bis zur Jahrtausendwende, als man auf einmal bemerken musste, dass neue Konzepte nicht mehr automatisch angenommen wurden, nur weil sie neu waren. Was macht man meistens, wenn es nicht so läuft, wie gewünscht? Man zieht sich in vertraute Gebiete zurück, und bei den Herstellern fand man für diese Masche schnell einen kantigen Namen: Retro.

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Vor allem bei den Amis setzte zu dieser Zeit ein unbekanntes Umdenken ein, nämlich dass man altbekannte Technik nicht einfach nur neu verpackt. Sondern dass man nicht ganz taufrische Technik alt verpackt quasi, und Beispiele dafür, dass dieses Konzept so überhaupt nicht funktionieren will, gibt es zuhauf. Den PT Cruiser etwa, den Plymouth Prowler, oder diesen ganz besonderen Fall: den Chevy SSR. Im Falle des Super Sport Roadster knöpfte man sich nämlich gleich das uramerikanischste Phänomen überhaupt vor, den Pick-up. Allein der Name zeigt schon, dass man es wohl ein wenig übertrieben hat mit der Neuinterpretation eines braven Nutzesels, doch daran sollte der Rundling im Endeffekt nicht scheitern.

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Um die Designsprache der 1950er-Jahre wieder aufzugreifen, verwendete man zum Beispiel just jene Tiefziehtechniken, die man damals einsetzte und mit denen heute keiner mehr etwas anzufangen wusste, was die Konstruktion und die Produktion gleichermaßen unnötig verteuerte und verkomplizierte. Dazu gab es ein herausnehmbares Dachelement, um dem Namen irgendwie gerecht zu werden und kreierte damit – zumindest für das Marketing – eine völlig neue Fahrzeugklasse: nämlich die der Hardtopcabriocoupénutzfahrzeuge, da es ja weiterhin eine Ladefläche gab, die allerdings unter einer hübschen Abdeckung schlummerte.

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Stichwort Schlummern: Natürlich wollte man für ein so streng limitiertes Nischenmodell keine neue Technik entwerfen. Also griff man einfach zum gut abgehängten S10, einem klassischen kleinen Pick-up, und verwendete dessen Rahmen und Fahrwerk als Basis, der man dann aber doch mehr als 300 PS starke Achtzylinder gönnte. Dazu noch große Räder, grelle Farben und unpraktische Türgriffe, schon war die Neuinterpretation eines Autos geboren, das es so eigentlich nie gab. Dazu gab es als große Einweihungsparty den Einsatz als Pace Car beim Indy 500-Rennen mit vielen amerikanischen Flaggen und und Adlern und Kampfjets im Hintergrund – was sollte da noch schiefgehen?

 

Streng genommen alles. Hauptproblem war, dass man ein simples, robustes, für jeden leistbares Nutzfahrzeug neu interpretierte, das als Einstiegspreis weit über dem lag, was herkömmliche Pick-ups kosteten, die zudem auch einen weit höheren Nutzwert hatten. Und auch die Roadster- und Sportwagenfreunde konnten mit dem SSR nichts anfangen, weil die ja eben eine Roadster oder Sportwagen wollten, keinen neu eingekleideten S10 mit abnehmbarer Dachhälfte. So kam es recht schnell, dass man 2005, zwei Jahre nur nach der Einführung eine stärkere Version mit fast 400 PS nachschob, weil Power ja immer hilft. Nachdem aber auch das nichts an den Verkaufszahlen änderte, ließ man es 2006 dann ganz bleiben und strich den viel zu komplizierten einfachen Sportpick-up ersatzlos aus den Preislisten.

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