Mercedes B im Test: Von Schein und Sein

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Mercedes B im Test: Von Schein und Sein

Was könnte im Lastenheft für die aktuelle B-Klasse-Generation von Mercedes-Benz gestanden haben: außen graue Maus, innen Hightech-Hero? Wenn ja, haben die Ingenieure ihre Mission erfüllt.

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Hochgereckte Daumen von Passanten, motorisierte Mitbewerber mit Interesse an einem Beschleunigungsvergleich, aufdringliche Fragen zu Motorleistung und Preis - alles Dinge, um die sich der Lenker einer Mercedes-Benz B-Klasse nach wie vor keine Sorgen zu machen braucht. Auffallen ist seine Sache nicht. Er schweigt - und genießt.

Grapschen oder quatschen

Genießen lassen sich nicht zuletzt die inneren Werte: Das Potpourri an Hilfssystemen (bis hin zum gewöhnungsbedürftigen Bremseingriff im Fall des Falles) gereichte manch größerem Auto zur Ehre. Das Breitbild-Cockpit aus zwei Screens ist in der Klasse ebenfalls Alleinstellungsmerkmal. Die Bedienung der Vielzahl an Funktionen erfolgt wahlweise per Tasten, Touchpads am Lenkrad, Screen oder Sprachbefehl. Jedem Tierchen sein Pläsierchen eben.

Über den Preis von Mercedessen zu motschkern, ist zugegeben nicht gerade originell, aber den Endpreis von 50.083 Euro für den Testwagen könnte man trotz üppiger Ausstattung schon als prohibitiv bezeichnen. Da wir schon den Rechenstift in der Hand haben, lässt sich auch gleich der Verbrauch ins Kalkül ziehen: Bis zu 4,5 Litern wurde dieser im Test gedrückt, selbst auf langen Autobahnetappen muss man sich nicht kasteien, um die fünf Liter zu schaffen. Ein starkes Argument für den kultivierten und doch leistungswilligen Selbstzünder, der sich zusammen mit der neuen 8-Gang-Doppelkupplungsautomatik, dem für die Klasse ausgezeichneten Sitzkomfort und dazu passendem Fahrwerk für jede noch so lange Strecke anbietet.

Dass die Haus-PR "Sports Tourer" zur B-Klasse sagt, lässt sich mit dem Sprachgebrauch des Mitbewerbs entschuldigen. Minivans werden heutzutage durch die Bank mittels dynamischer Namensgebung in ein Sportler-Eck gestellt, das nicht recht zu den Autos passt. In diesem Sinne Hut ab vor der Selbstbeherrschung der AMG-Ingenieure, die bis dato die Finger vom Kompakt-Van gelassen haben, während doch sonst derzeit alles AMG-ermächtigt wird, was einen Stern trägt und bei drei nicht in der Garage steht. Alles in allem, nur keine Angst vor der grauen (genauer: mountaingraumetallic) Maus! Schon mit der Auswahl einer etwas "a u f r e g e n d e r e n" Lackfarbe lässt sich die B-Klasse leicht aufpeppen, für ein wenig Zuspruch an der Kreuzung.

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