Test: Nissan Qashqai Hybrid
Nissan bietet den Qashqai sowohl als normale Hybrid- als auch als e-Power-Version an. In der Praxis überzeugt der durch ...
Geht es nach dem ÖAMTC, würden niedrigere Tempolimits auf Autobahnen den Spritverbrauch nicht um 25 sondern um höchstens rund drei Prozent senken.
Die älteren Semester werden sich an eine Maßnahme erinnert fühlen, die mehr als 50 Jahre zurückliegt. Das aktuell vorherrschende Tempolimit von 130 km/h auf Autobahnen und Schnellstraßen wurde 1973 zur ersten großen Ölkrise eingeführt. Temporär, wie es seinerzeit hieß. Aufgehoben wurde es dennoch nie. Und auch heute wird angesichts der hohen Spritpreise wieder über eine Senkung des Tempolimits 130 auf 100 km/h diskutiert.
Im Raum steht, dass dadurch der allgemeine Spritverbrauch in Österreich um bis zu 25 Prozent gesenkt werden könne. Für Bernhard Wiesinger, Leiter der ÖAMTC-Interessenvertretung, ist das nicht ganz nachvollziehbar: „Das Suggerieren solcher gesamtwirtschaftlichen Einsparmöglichkeiten ist unseriös. Es ist zwar unstrittig, dass bei einer einzelnen, konstanten Autobahnfahrt mit Tempo 100 statt 130 unter Idealbedingungen bis zu 25 Prozent Kraftstoff eingespart werden können. Daher empfehlen wir auch stets vorausschauend zu fahren und das Tempo anzupassen. Die Wirkung eines niedrigeren Tempolimits auf den Gesamtspritverbrauch in Österreich lässt sich daraus jedoch nicht ableiten. Dieser sinkt bei allgemein Tempo 100 um etwa drei Prozent.“ Dem nicht genug, legt auch der Sachstandsbericht Mobilität 2024 des Umweltbundesamtes (UBA) nahe, dass Tempo 100 nur rund vier Prozent der in Österreich verbrauchten Gesamtspritmenge einsparen würde.
Ein wesentlicher Grund für den großen Unterschied: Die für eine Gesamtbetrachtung relevanten Durchschnittsgeschwindigkeiten, die auf Autobahnen gefahren werden, liegen zum Teil deutlich unter den erlaubten 130 km/h, was das Sparpotential deutlich einschränkt. Zudem findet auf Autobahnen nur rund ein Drittel des österreichischen Pkw-Verkehrs statt. Mehr als die Hälfte davon bereits in Bereichen mit bestehenden Geschwindigkeitsbeschränkungen. Auch die steigende Zahl von E-Autos und viele ausländische Fahrzeuge, die nicht hier tanken, spielen eine Rolle. Daraus leitet der Autofahrerclub ab, dass der gesamtwirtschaftliche Einsparungseffekt für Österreich viel moderater als bei einer Einzelfahrt unter Idealbedingungen ausfallen würde.
Alternative grüne Welle
Was eine gelungene Alternative zu der bei Österreichern sehr unpopulären Absenkung der Tempolimits wäre? Für den ÖAMTC zum Beispiel eine Anpassung der Ampelschaltungen in der Stadt in Richtung "Grüne Welle" sowie ein Überholverbot für Lkw auf zweispurigen Autobahnen. Wiesinger: "Beides zusammen würde mehr Sprit sparen als ein Tempolimit für Pkw auf Autobahnen und Schnellstraßen."
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