Was, das ist alles? Sonderlich angetan war der harte Hamburger nicht, was das Wiener Wunderkind ihm da in seinem Büro vorspielte. Und sonst gibt es nichts zum Probehören, soll Horst Bork einen noch weitgehend unbekannten Johann Hölzel gefragt haben, als dieser auf die B-Seite verwies und meinte, ja da gibt’s schon noch was, aber das hat halt mit Drogen und so zu tun. Dass der erfahrene Musikmanager auf diese andere Nummer bestand, sollte Folgen haben. Denn das war „Der Kommissar“, und zugleich Startschuss zu Falcos Durchbruch. So weit, so weitgehend bekannt.
Maschine brennt
Was weniger im kollektiven Gedächtnis haftet: Auf die Straße des Erfolgs führte ihn ein Volkswagen, und zwar buchstäblich: Denn in die Hansestadt reiste Herr Hölzel stilvoll mit einem VW Käfer, mit nichts anderem bewaffnet als einer Demo-Platte, Wiener Charme und ein paar Mozartkugeln für die Sekretärinnen. Und zugegeben: Die locker 1.000 Kilometer von Wien in die Hansestadt möchte man sich mit stets rotglühenden 34 PS, vielleicht 110 km/h Topspeed und der völligen Abwesenheit einer Musikanlage nicht unbedingt vorstellen. Vor allem, wenn man den alten Klassikern des gebürtigen Margareteners im Golf Falco Edition lauscht: Harman-Kardon-Sound, verteilt auf 480 Watt, acht Boxen und Subwoofer ergeben eine standesgemäße „Bumperei“, wie man in der Bundeshauptstadt zu einer amtlichen Musikanlage in einem Kfz zu sagen pflegt.
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Helden von heute
Natürlich steuern wir auch die Reichsbrücke an, die Falco als Drehort für das Video zu Helden von heute diente: Stilecht mit Ray-Ban-Sonnenbrille bestückt, cruist er in einem US-Cabrio singend dem Sonnenschein entgegen. Das gelingt uns im Abendstau zwar nicht ganz so lässig, sodass wir auch nicht „voll am Gas“ stehen. Aber es lässt uns darüber nachdenken, welche Autovergangenheit das Ausnahmetalent eigentlich gehabt hat. Ein großer Autofan war er ja nie, wie er mehrmals zu Protokoll gab, somit ist weder über den Verbleib seines Käfers näheres bekannt noch darüber, ob er jemals irgendeinen Sportwagen besessen hat. Halten wir uns also wie der Kommissar an die Fakten: Und die besagen, dass er nach den luftgekühlten Jahren und mit den ersten Einnahmen auf Mercedes 280 CE, später dann auf Peugeot 205 GTI umstieg.
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Hoch wie nie
Für eine Auszeit nach stressigen Touren vermittelten ihm seine Deutschland-Kontakte einen damals kussfrischen Audi Quattro, mit dem er sich – vermutlich nüchtern – auf südländischen Bergstraßen den Stress von der Seele fuhr. Die Verbundenheit zu den Ingolstädtern dürfte aufrecht geblieben sein, denn als Hölzels vermeintliche Tochter das Licht der Welt erblickte, sattelte er vom 205 schnell auf einen seriöseren und weit geräumigeren Audi 100 Avant um. In dezentem Schwarz gehalten, verwischte der Wind der Geschichte auch hier die Spuren des Fahrzeugs. Und so bleibt als letztes Stück vierrädrige Geschichte des Falken nur mehr, dass er später auf Mercedes umstieg, wobei seine letzte S-Klasse bis heute in der Falco-Villa in Gars am Kamp steht und besichtigt werden kann. Über die Episode mit einem japanischen Geländewagen wollen wir hier lieber kein Wort verlieren.

Coming home
Inzwischen hat die Ampel auf Grün geschaltet, der Stau auf der Reichsbrücke löst sich in Wohlgefallen auf. Munter treiben die 115 PS den Falcogolf voran, werden aber nie so aufdringlich, dass es den Hörgenuss beeinflussen würde. Generell tut der Golf das, was er immer schon gut konnte: Sich nie unnötig ins Rampenlicht drängen, anstandslos performen, wirklich jeden guten Ton treffen, den ein modernes Auto ausmacht. Kurz: Es allen recht machen und ganz er selbst bleiben – trotz Millionen verkaufter Exemplare. Allgemein verträglich war zwar nicht das Markenzeichen von Falco. Doch auch er schätzte Rückzugsorte ohne viel Tamtam und Schickimicki-Gehabe. Genau deswegen hätte er sich im musikalischsten Golf aller Zeiten ziemlich wohl gefühlt. Im limitierten Falco-GTI wohl noch ein wenig mehr „Emotional“. Lass Deinen letzten Nachtflug niemals enden, lieber Falke!