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Ratgeber Leasing: Finanzieren wie die Profis

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Leasing ist nicht grundlos die beliebteste Finanzierungsform für Fahrzeuge in Österreich. Dennoch kann es dabei zum bösen Erwachen kommen. Dieser zweiteilige Ratgeber verrät die entscheidenden Kniffe.

Christine Scharinger ist ein echter Profi, was Fahrzeugleasing angeht. Seit Jahrzehnten im Geschäft und mittlerweile als Consultant im Bereich nachhaltiger Mobilität tätig, ist sie bestens beschlagen mit allen Details, die es zu beachten gibt – und mit jenen, die man vermeiden sollte: „Leasingverträge sind unproblematisch, wenn nichts schiefgeht. Aber bei Mehr-Kilometer oder Schäden kann es Probleme geben“, womit Scharinger etwas anspricht, das eine Vielzahl von Flottenbetreibern aufhorchen lassen sollte. Immerhin gehört Österreich mit 67,4 Prozent zu den Spitzenreitern im EU-Feld, was Flottenleasing angeht. Redet man generell von gewerblich genutzten Fahrzeugen, liegt dieser Anteil sogar bei 80 Prozent, wobei: „Es ist nicht der Vertrag selbst problematisch. Sondern eher, wenn man vor der Unterschrift nichts hinterfragt und nicht aktiv steuert.“

Vertragsangaben
Wichtigste Lektion: Das Leasingentgelt ist mehr als eine reine Monatsrate. Denn dahinter stecken Eckdaten wie Laufzeit, Eigenleistungen, Verzinsung und Restwertrisiko. Ist der Zinssatz auf die Laufzeit fix oder variabel? „Das muss man vorab abklären“, meint Scharinger. „Zusatzspesen und Steuern sind oft die stillen Kostentreiber.“ Zum Beispiel bedarf es einer transparenten Zinsanpassung: Nach welchen Parametern wird hier vorgegangen? Wie oft wird angepasst und vor allem: Wird nur erhöht oder wohl auch gesenkt? Dazu muss geklärt werden, zu welchen Stichtagen eine Zinsänderung erfolgt, ob es zeitliche Rahmen gibt, wo keine Anpassung erfolgt und unter welchen Voraussetzungen eine solche sogar entfallen kann.

Vorzeitige Vertragsauflösung
Ein komplexes Thema, das von vielen Faktoren abhängig ist. „Dass man jederzeit rauskommt, stimmt meist nicht“, so Scharinger weiter. „Flexibilität kostet und muss klar geregelt sein.“ Entscheidend bei all dem ist die Frage, wie abgerechnet wird. Erfolgt die Barwertberechnung nach der Formel: offene Raten + Restwert? Wird das Jahr mit 365 oder nur 360 Tagen berechnet, und vor allem: Gibt es zum Beispiel eine Auflösungsgebühr oder Gutachterkosten? Scharinger: „Auch Leasingfirmen holen sich das Geld von der Bank und müssen ihre Anteile dann entsprechend anpassen.“ Auch ein vorzeitiges Herauskaufen des Fahrzeugs sollte schon vor Vertragsabschluss geklärt werden, denn oftmals ist dies nur über Zwischenhändler möglich. Einige Leasinggeber bestehen darauf, da sie sonst Gewährleistung geben müssten – hierfür eine eigene Versicherung abzuschließen, ist oftmals zu aufwändig und teuer. „Nicht jede schlechte Situation braucht eine Kündigung“, meint Scharinger und ergänzt, „manchmal reicht auch nur eine Anpassung.“

Mehr- und Minderkilometer
Eine höhere Laufleistung als vertraglich vereinbart – der Klassiker für Ärger bei der Rückgabe eines geleasten Autos, vor dem sich viele ein bisschen fürchten. Doch auch hier kann man schon bei Vertragsabschluss gegensteuern. Wichtig zum Beispiel, ob diese Werte in den Vertragsangeboten ausgewiesen sind. Wenn ja, wie hoch sind die Sätze, und sind sie marktüblich oder unangemessen hoch? Und eventuell gibt es sogar Freikilometer als kleinen Kundenbonus? Hin und wieder werden Fahrzeuge aber nach den Kilometern angepasst. Scharinger: „Es gibt die Möglichkeit, während der Laufzeit mit dem Finanzierungspartner zu reden, dass man zu viele Kilometer gefahren ist und den Vertrag anpassen muss. Oft wird aber nur in eine Richtung angepasst und verrechnet, bei Minderkilometern nicht. Auch das muss vorher abgeklärt werden.“ So oder so ist laufende Kontrolle während der Laufzeit der schlaue Weg, um Abweichungen früh zu erkennen. Nicht erst am Ende mit dem Leasinggeber reden, sondern rechtzeitig ansprechen, damit mögliche Mehrkilometer nicht in Rechnung gestellt werden. •

 

In Teil 2 des Leasing-Ratgebers:  Alles zu Wartungs- und Reparaturvereinbarungen, Rückgabe und Gebühren.

 

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