Test: Jeep Compass e-Hybrid – 3 Töpfe für ein Halleluja
Ein Jeep mit nur drei Zylindern, darf man das? Diese Frage muss sich jeder Käufer der Marke mit den sieben Slots nun ste...
Alternativen zu Benzin und Diesel gab es immer schon. Wirklich durchsetzen konnte sich bislang aber nur eine. Der Grund dafür ist einleuchtend, wenn auch nicht immer ganz logisch.
Unlängst habe ich mir eine uralte Reportage über die Earls Court Motorshow in London angesehen. Ich vermute, sie war von 1971 oder so, da riesige British-Leyland-Flaggen, geschmacklose Krawatten und unglaubliche Glockenhosen noch überall zu sehen waren. Die Frisuren werden mir garantiert noch Alpträume bereiten, jedenfalls kam in diesem überraschend kritischen Beitrag damals schon das Thema nach alternativen Antrieben auf, und der British-Leyland-Chef namens Lord Donald Stokes hatte in der Tat einiges zu berichten. Woran man forsche, was bereits fährt, was realistisch ist, was nicht. Elektroautos galten damals als mögliche Idee, aber noch als unzeitgemäß, weil es sinnvoller sei, das Erdöl direkt im Auto zu verbrennen, als vorher damit in Kraftwerken Strom zu generieren. Dass sich seit dem grauen und düsteren England von 1971 (die Luftgüte war seinerzeit wirklich übel) bis heute keine der anderen erwähnten Alternativen etablieren konnte, zeigt in der Retrospektive nur, wie schwer es ist, Techniken nicht nur zur Serienreife zu entwickeln. Sondern auch, sie zu vermarkten, vor allem, wenn sie nicht gleich überzeugen und womöglich auch noch schwer zu verstehen sind. Erdgas zum Beispiel war jahrzehntelang eines dieser ewigen Talente, und die Industrie hat wirklich alles versucht, daraus eine runde Sache zu machen. Warum man sich den Umstieg aber antun sollte, wenn die Fahrzeuge teurer und auch noch schwächer waren als die Dieselkontrahenten, konnte man dem Kunden nie wirklich klarmachen. Die simple Lösung schlägt oftmals die vermeintlich bessere, wenn man an die Schlacht zwischen VHS- und Video-2000-Kassetten zurückdenkt, wobei die echten Hardliner immer schon Beta bevorzugten. Die Elektromobilität jedenfalls hat diese Überzeugungsarbeit zum großen Teil geschafft, nachdem diverse Vorbehalte schnell und überzeugend aus dem Weg geräumt werden konnten. Die grundsätzliche Idee – Strom-Kabel-Auto – ist leicht verständlich und überall einigermaßen simpel umzusetzen. Wasserstoff hingegen – zu Lord Stokes Zeiten einfach noch weit zu unrealistisch für den Einsatz in einem Pkw – tut gut daran, sich auf die Bereiche zu konzentrieren, die mit batterieelektrischer Mobilität nicht zu bedienen sind. Und es ist gut zu sehen, dass die Konzerne hier auf dem richtigen Weg zu sein scheinen. Hier geht es also nicht um Ideologien oder persönliche Befindlichkeiten. Eher darum, für die einzelnen Bereiche die optimale Lösung zu finden. Und diese müssen so objektiv und ehrlich wie möglich gefunden werden. Das mag nicht jedem schmecken. Aber so simpel wie 1971, wo Lord Stokes vom Mini über den Jaguar XJ bis hin zum Leyland-Lkw nur ein und denselben Kraftstoff benötigte, wird es nüchtern betrachtet nicht mehr werden. So geschmacklos wie zur Zeit der Glockenhosen hoffentlich auch nicht.
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