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Skoda Elroq im Flotten-Check

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Scharf

In Sachen Firmenwagen musste dem Bestseller Škoda Octavia erst einmal einer das Wasser reichen. Dies könnte nun ausgerechnet einem Markenkollegen gelingen. Wie gut die Qualitäten des E-Rivalen Elroq sind. Und ob er wirklich das Zeug für eine Ablöse hat.

Wenn man es ganz streng sehen möchte, müsste Volkswagen auf seine tschechische Tochter schon fast ein bisschen neidisch sein. Egal ob Octavia bei den Verbrennern oder Enyaq bei den Stromern – es gelingt irgendwie überall, genau ins Schwarze zu treffen. Genau das zu bieten, was die Kundschaft gerade haben möchte. Dass die vordersten Plätze bei den Zulassungszahlen schon im Abo nach Mladá Boleslav gehen, daran hat man sich fast schon gewöhnt. Doch seit heuer scheint es, könnte es zu einem Bruderzwist hinauslaufen. Denn der Elroq schickt sich an, von den grundsätzlichen Eckdaten schnell für viele Firmenwagenfahrer zur Alternative zum bewährten Octavia Combi zu werden. Schließlich bietet er die gleiche Technik wie der Enyaq, baut aber etwas kleiner und kostet im Schnitt gleich einmal 6.000 Euro weniger. Doch reicht das, um den ewigen Quotenkönig Octavia vom Thron zu stoßen?

> Weiterlesen: Skoda Enyaq im Test

Weniger ist genug
Jedenfalls ist es mehr als genug, sich den 4,5 Meter langen Elroq im Flottencheck etwas genauer anzusehen. Was taugt er, was kann er? Seine wohl wichtigste Eigenschaft hat er von seinen Markenkollegen jedenfalls übernommen: Er überfordert grundsätzlich niemanden, verzichtet auf neumodische Gimmicks wie versenkbare Türgriffe, übergroße Displays oder bizarre Formen, die im Alltag eh nur Nachteile bringen. Der Elroq ist einfach ein klassisches Kompakt-SUV, nur halt elektrisch angetrieben. Davon gibt es gleich drei zur Auswahl, wobei: der RS wäre der vierte im Bunde, doch liegt er mit seinen 340 PS, zwei Motoren, Allrad und einem Startpreis von 45.817 Euro exklusive weit über dem Budget der meisten Flottenkunden. So aber bleibt die Wahl zwischen 77-kWh-Akku, 190 PS und Heckantrieb, 85-kWh-Akku und 286 PS, die wir hier sehen, oder der dicksten Version: Seine ebenfalls 77 kWh langen laut WLTP für 565 Kilometer und mit den 299 versammelten Pferden plus Allrad dank zweitem E-Motor an der Vorderachse sprintet man souverän in nur 6,2 Sekunden auf 100 – wirklich notwendig wäre der RS also sowieso nicht.

> Mehr dazu: Den Skoda Elroq konfigurieren

Schlau, genau
Und nach den ersten gemeinsamen Tagen wird klar: Ganz streng genommen, würde auch die Variante „60“ mit den nutzbaren 58 kWh reichen, denn der Elroq ist erstaunlich effizient: 450 Kilometer sind ohne Wimpernzucker immer möglich. Ist es auch nur etwas wärmer und der Gasfuß etwas zaghafter, gehen sich noch ein paar mehr aus. So selten ist man wohl kaum im Büro, um nicht rechtzeitig nachladen zu können, womit man sich die mindestens 4.000 Euro Aufpreis auf die 85er-Versionen sparen und dafür in die Ausstattung stecken kann, denn bei der Aufpreispolitik bleibt der Elroq dem Octavia nicht viel schuldig: Sitzheizung oder Einparkhilfe vorne sind bei der Basis Essence aufpreispflichtig, Dinge wie Matrix-LED-Licht überhaupt nur den besseren Varianten vorbehalten. Fairerweise muss aber gesagt sein, dass man ab Werk schon über alles Notwendige für den Alltag verfügt, und unser Selection hat immerhin Sitzheizung, Einparkhilfe vorne und 19-Zoll-Aluräder serienmäßig. Nichts zu meckern gibt es jedenfalls bei Verarbeitung und Platzwahl: Alles sitzt stramm und exakt, jedes Detail wirkt wohldurchdacht. Nicht einmal hier könnte man sagen, dass man den Kollegen aus Wolfsburg oder Martorell hinterherhinkt.

> Weiterlesen: Skoda Octavia Combi TDI im Test

So eine Sache ist natürlich der Platz. Natürlich reicht er. Vorne finden auch die Größten unter uns ausreichend Raum, hinten grundsätzlich ebenso. Nur an die üppigen 640 Liter des Combi können die 470 Liter des Elroq halt kaum anstinken. Sicher könnte man sagen, ein großer Akku ist genauso verzichtbar in den meisten Fällen wie ein riesiger Kofferraum. Gerade für Umsteiger könnte es hier aber zum Knackpunkt kommen – die sind die Ladefreundlichkeit ja schließlich gewöhnt, zumal sie eh schon auf knapp 1.000 Kilometer Reichweite verzichten müssen.
Auf der anderen Seite: Wer selbst den 150-PS-Diesel als Vergleich hernimmt, erhält hier gleich einmal fast 200 Newtonmeter zusätzliches Dreh­mo ment serviert, mehr Schaltkomfort und eine angenehm hohe Sitzposition, die vor allem bei den älteren Semestern einfach gut ankommt. Punkto Fahrverhalten bedarf es keiner großen Umstellung: Der Elroq federt nicht übertrieben hart ab, schafft es, das Eigengewicht von doch 2.131 Kilogramm recht gut zu vertuschen und bleibt auch auf der Langstrecke komfortabel. Sicher, zum Kurvenräubern wäre er nicht die erste Wahl, aber das war der Octavia auch nie.

  • Das gefällt uns: die harmonische Herangehensweise ans Thema E-SUV
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Hart umkämpft
Was also spräche gegen den Elroq? Abgesehen von den unschlagbaren steuerlichen Vorteilen bleibt es wohl an der Frage hängen, wie hoch die Leasingrate ausfällt, denn preislich bleibt Škoda gewohnt selbstbewusst. So wie unser Testmodell bestückt ist, mit großer Batterie und diversen Extras, kann man gut und gerne einmal mehr als 40.000 Euro netto loswerden. Ein vergleichbar bestückter Octavia Combi Selection mit 150 Diesel-PS und DSG ohne weitere Optionen beginnt aber schon bei mindestens 40.490 Euro brutto, doch wie gesagt – den fehlenden Selbstbehalt darf man bei der Sache halt auch (noch ) nicht vergessen. Dennoch war für uns klar, dass es bei diesem Flottencheck eine Änderung geben musste: Nicht nur die wichtigsten Konkurrenten des Mitbewerbs sind in den Vergleichskästen zu finden, sondern auch der Octavia, um Zahlen und Fakten sprechen zu lassen. Denn wie gesagt: Die wahren Gefechte werden halt doch stets innerhalb der Familie ausgefochten.

Škoda Elroq

Flotten-Tipp: Essence 60

Testmodell: Selection 85

Leistung | Drehmoment

190 PS (140 kW) | 310 Nm

286 PS (210 kW) | 545 Nm

Dauerleistung | Gewicht

70 kW | 2.032 kg

89 kW | 2.131 kg

0–100 km/h | Vmax

8,5 s | 160 km/h

6,6 s | 180 km/h

Reichweite | Antrieb

453 km | Hinterrad

574 km | Hinterrad

Ø-Verbrauch | Batterie

15,1 kWh | 58 kWh

15,4 kWh | 77 kWh

Laden AC

11 kW, 6:30 h (0–100 %)

11 kW, 8:30 h (0–100 %)

Laden DC

105 kW, 26 min (10–80 %)

165 kW, 29 min (10–80 %)

Kofferraum | Zuladung

470–1.580 l | 553 kg

470–1.580 l | 519 kg

Basispreis | NoVA

30.733 € (exkl.) | 0 %

38.450 € (exkl.) | 0 %

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