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ÖAMTC: Digitales Pickerl sinnvolle Alternative zu längeren §57a-Intervallen

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Für den Autofahrerclub wären Millionenkosten für Ersatzplaketten vermeidbar. Regionale Unterschiede erschweren zudem die Umsetzung der neuen Überprüfungsintervalle.

Noch vor der Sommerpause soll vom Nationalrat die Änderung der Pickerl-Intervalle vom 3-2-1- auf das 4-2-2-2-1-System umgestellt werden. Damit sollen laut Regierung das "Pickerl" entbürokratisiert und Kfz-Halter finanziell entlastet werden. Für Bernhard Wiesinger, Leiter der Interessenvertretung des ÖAMTC, sind die Pläne jedoch nicht zu Ende gedacht: "Der Gesetzesvorschlag sieht vor, dass zwei Millionen Fahrzeughalter:innen extra eine Begutachtungsstelle aufsuchen müssen, um sich eine Plakette abzuholen und einen neuen Fälligkeitstermin in der zentralen Prüfdatenbank eintragen zu lassen. Das ist nicht nur mühsam für die Konsument:innen, sondern wird auch Verwaltungskosten in Höhe von etwa 23 Millionen Euro verursachen. Dieser Mehraufwand müsste nicht sein, wenn man mit neuen Intervallen gleichzeitig auch das angekündigte 'digitale Pickerl' einführen würde. Das wäre echte Entlastung – auch wenn die Umsetzungsphase dann etwas länger dauern würde."

Gewinner im Flachland, Verlierer in den Alpinregionen

Ein weiterer Aspekt: Eine Analyse der österreichweit in der "Pickerldatenbank" erfassten Zahlen zeigt, dass in alpinen Regionen deutlich häufiger schwere Mängel auftreten als im Flachland. Der Unterschied wird umso deutlicher, je älter das Fahrzeug ist. ÖAMTC-Daten zeigen weiters große regionale Unterschiede bei den beanstandeten Mängeln an korrosionsanfälligen Bauteilen wie Bremsen, Auspuff und Achsen aus – und das schon nach fünf Jahren. Der Grund für die höheren §57a-Mängelzahlen in Alpinregionen liegt laut Club an intensiveren Wintern und der verstärkten Nutzung von Streusalz. Wiesinger: "Längere Prüfintervalle werden dazu führen, dass in Zukunft solche Schäden später erkannt werden, was wiederum die Reparaturkosten massiv erhöhen kann. Eine finanzielle Entlastung für die Fahrzeughalter:innen ist in den Alpinregionen – im Gegensatz zum Flachland – daher vielfach nicht zu erwarten. Wenn man will, dass alle profitieren, sollte man über ein 2-Jahres-Prüfintervall etwa ab einem Fahrzeugalter von sieben Jahren noch einmal nachdenken."

Dazu kommt für den ÖAMTC der Aspekt der Verkehrssicherheit: Während die offizielle Unfallstatistik technische Defekte als untergeordnete Unfallursache führt, belegen internationale Studien, dass eine deutliche Reduktion der Begutachtungsdichte korrelierende Effekte auf das Unfallgeschehen haben kann. Wiesinger: "Obwohl es in Österreich keine verlässlichen Untersuchungen gibt, wird behauptet, die Reform habe keine Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit. Wir sehen hier den Gesetzgeber in der Pflicht, genau zu beobachten und valide Daten zu erheben, um notfalls rasch gegensteuern zu können."

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