Schon gefahren: Farizon V7E
Als dritte Modell bringt Geely-Tochter Farizon nun den V7E nach Österreich. Vollelektrisch natürlich, dazu wie maßgeschn...
Wer aus amerikanischem Blech ein ur-argentinisches Auto bauen möchte, geht dafür natürlich nach Italien. Um im Endeffekt bei den Franzosen zu landen. Die Geschichte des IKA-Renault Torino hat aber noch ein paar spitze Wendungen genommen.
Nur ganz kurz am Anfang, damit man die Zusammenhänge schneller kapiert als Sledge Hammer: IKA steht für Industrias Kaiser Argentina, ein Unternehmen, das 1956 in Santa Isabel nur zu dem Zweck gegründet wurde, Fahrzeuge des damaligen US-Herstellers Kaiser Motors für den Heimmarkt zu bauen. Da Kaiser wie Nash und Hudson dann aber in AMC, der American Motors Corporation aufgingen, switchte man dann natürlich auf deren Modelle als Basis, behielt den ursprünglichen Namen aber bei, weil warum nicht – klingt ja cool. Und außerdem ist IKA schon weitgehend bekannt, um den nächsten Schritt zu gehen, nämlich: ein ureigenes, echtes argentinisches Modell zu bauen. Doch wie am Besten?
Zuerst benötigte es einmal der passenden Basis. Man entschied sich für den Rambler Americans, einem etwas altmodisch aussehenden, altmodisch konstruierten Mittelklassewagen ohne nennenswerte Vorkommnisse, aber er war von der Größe und vom Preis nahezu ideal, womit man sich um die wichtigsten Dinge kümmern konnte. Vor allem, wie der Hobel aussehen solle. Denn hier hatte man schon ein echtes Problem: Wie sieht ein typisch argentinisches Auto denn aus? Vorlagen gab es keine, einen Mitbewerb ja auch nicht wirklich und eigentlich hätte man sich die ganze Mühe garnicht antun müssen, denn die damaligen Importauflagen waren dermaßen heftig, dass sich ohnehin kaum ein Hersteller in Argentinien hätte ansiedeln wollen.
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Aber trotz der fehlenden Konkurrenz wollte man dann doch alles richtig machen und rief in Turin bei einem der führendsten Design-Häuser an. Pininfarina willigte dankend ein und IFA schickte gleich zwei Rambler, einen Zweitürer und eine Limousine, gen Italien, um diese aufwändig umdesignen zu lassen. Und genau hier muss man schon von den italienischen Zauberhänden sprechen, die wahrlich nicht die gesamte Karosserie umplanten, sondern zeichnete gezielt nur Front und Heck um, legte viel Wert auf einen ziemlich europäischen Kühlergrill, wie er zu dieser Zeit auch bei einem Alfa oder MG nicht schlecht angekommen wäre und verpasste dem „neuen“ Wagen einen Namen, den zwar Ford auch schon verwendete, aber hier durchaus passend war: Torino.
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Den Leuten von IFA gefiel das Ergebnis und 1966 legte man auch schon los mit der Produktion und kam tatsächlich zeitweise nicht mit dem Ausliefern nach. Der Torino traf den Geschmack der heimischen Kundschaft punktgenau, und das obwohl die Technik unterm Blech jetzt auch kaum besser war als das, was man bei AMC bekam. Immerhin gab es Motoren von drei bis vier Liter Hubraum, Heckantrieb und sogar Sportversionen, was zur damaligen Zeit natürlich ein Volltreffer war. Weniger cool war, dass es auf der nördlicheren Seite des Kontinents nicht ganz so gut lief. AMC machte Miesen ohne Ende, musste immer stärker die Preise kürzen, um die eigenen Autos noch irgendwie anbringen zu können. Das hatte natürlich auch Auswirkungen auf die Joint Ventures, und 1971 war es schließlich soweit: Renault, die in den 1980ern mit AMC sogar kooperieren sollten, stieg bei IFA ein.
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