Die Monitorisierung der Fahrzeugdaten in Echtzeit, das war mit den Ford-Pro-Mobility-Diensten schon länger möglich. Meist war das aber nur für große Flotten von Vorteil, die über einen dezitierten Fuhrparkmanger verfügten, der auch die Zeit und Muse hatte, sich die gelieferten Daten zu Gemüte zu führen und daraus entsprechende Schlüsse zu ziehen. Kleine und mittelgroße Betriebe blieben hier aber meist auf der Strecke. Das soll Dealer Uptime Services nun ändern, das einen völlig anderen Ansatz der Datenerfassung und -interpretation bietet: Hier fungiert der jeweils zuständige Händler als der eigentliche Empfänger, der daraufhin mit seinen Flottenkunden in Kontakt tritt.
Virtueller Messstab
Das heißt im Klartext: Der Kunde muss sich nicht selbst um die Zustandsdaten der Flotte kümmern, das übernimmt der lokaler Ford-Händler. Und das Ganze funktioniert so: Nach der obligatorischen Einwilligung der Kunden zeigt die Software Daten der vernetzten Fahrzeuge an. So erhalten die Ford-Händler einen Überblick über den technischen Zustand, sehen aktive Fahrzeugwarnmeldungen, aber auch regulär anstehende Wartungen. Das reicht vom aktuellen Ölzustand jedes Flottenfahrzeugs bis hin zu verfügbaren Software-Updates. Sie prüfen die Fahrzeugdaten mehrmals täglich und melden sich falls nötig bei ihren Kunden, um Service-Bedarfe zu klären. Damit können sie Werkstatttermine mit Vorlauf planen und benötigte Ersatzteile bestellen, bevor das Fahrzeug in die Werkstatt kommt. Das soll helfen, die Ausfallzeiten um bis zu 50 Prozent zu reduzieren.
Ab 2019 geht's
„Deshalb führen wir jetzt mit Dealer Uptime Services ein neues Software-Tool ein, das wir speziell für kleine und mittlere Betriebe entwickelt haben“, sagt Wilhelm Buchmüller, Ford Pro Direktor für Deutschland, Österreich und Schweiz. „Unser Anspruch ist es, nicht nur die besten Nutzfahrzeuge anzubieten, sondern auch die besten Service-Leistungen. Im Mittelpunkt steht dabei immer die Einsatzzeit der Fahrzeuge, also ihre Uptime zu erhöhen.“
Welche Fahrzeuge für dieses Service tauglich sind? Seit 2019 haben Ford-Pro-Nutzfahrzeuge integrierte Modems an Bord, wobei in Europa bereits mehr als 1,2 Millionen Kunden auf die so ausgelesenen Daten schon zugreifen. Und Österreich? Hier kommt Uptime Services nächstes Jahr zum Zug. •
„Kunden schätzen persönlichen Kontakt“
Wir sprachen mit Annika Breuer, Ford-Pro-Koordinatorin über die Vorzüge von Ford Pro Uptime Services.
FLOTTE: Ab welcher Flugparkgröße empfehlen Sie Uptime Services? Breuer: Es ist für jeglichen Gewerbekunden geeignet. Ausschlaggebender als die Fuhrparkgröße ist aus meiner Sicht die Regionalität der Fahrzeuge. Dass wir wirklich eine fixe Verbindung haben zwischen einem Händler und einem Kunden.
Wie gehe ich als Kunde am Besten vor? Da gibt es in der Ford-App die Möglichkeit, einen bevorzugten Händler zu wählen. Und diesem dann auch die Erlaubnis zu geben, die Daten bezüglich der proaktiven Kontaktaufnahme zu verwenden.
Was kostet dieses Service? Wir stellen das Tool kostenfrei zur Verfügung. Und da wir uns in einem freien Markt bewegen, können wir nur eine Empfehlung aussprechen, das kostenfrei anzubieten, weil der Handel eben auch einen Eigennutzen hat in Bezug auf Kundenbindung und vorausschauende Werkstattplanung usw.
Was war die Idee hinter Uptime Services? Einige Kunden haben mit den Daten, die ihre Fahrzeuge liefern, nicht viel gearbeitet, eben weil keine Ressourcen vorhanden sind. Deswegen kam die Idee, das Ganze bei den regionalen Kunden in den Handel zu verlagern.
Welche Voraussetzungen muss ich als Kunde erfüllen? Es muss mit dem Fuhrparkmanager ein Vertrag abgeschlossen werden, das ist die Kundeneinwilligung zur Datennutzung. Das erfolgt einmalig für die Fahrzeuge. Und dann ist es aber so, dass wir uns wirklich nur Fahrzeugzustandsdaten anschauen, also sprich keine GPS-Daten.
Ok, also keine Verkehrsdaten. Genau, keine Daten zum Fahrverhalten und so weiter. Das heißt, die Fahrer müsste ich auch gar nicht informieren, da ihre persönlichen Fahrdaten ja nicht weitergegeben werden. Es geht also rein um die Zustandsdaten und die Gesundheit des Fahrzeugs.
Wie erfolgt dann die Kommunikation vom Händler zum Kunden? In der Regel greift er klassisch zum Telefon, weil viele Kunden eben auch diesen direkten persönlichen Kontakt schätzen.
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