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Neue Netztarifstruktur kann sich auf Ladekosten auswirken

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Der BEÖ kritisiert die neuen Netztarife, da sie sich gegenteilig auf den Ausbau der E-Ladestationen auswirken könnten.

Die geplante Reform der Netztarife sorgt für Kritik aus der Elektromobilitätsbranche. Der Bundesverband Elektromobilität Österreich (BEÖ) warnt, dass die von der E-Control vorgeschlagene stärkere Berücksichtigung von Leistungsspitzen bei der Berechnung der Netzkosten vor allem öffentliche AC-Ladepunkte sowie gemeinschaftliche Ladeanlagen in Mehrparteienhäusern verteuern könnte. Betroffen wären laut BEÖ insbesondere Ladepunkte mit geringer Auslastung, die dennoch jederzeit verfügbar sein müssen. Das könne zu höheren Ladekosten, weniger Standorten und einer Verlagerung von Investitionen auf stark frequentierte Ladehubs führen. Nach Einschätzung des Verbandes könnten bis zu 50 Prozent der öffentlichen Ladepunkte von den geplanten Änderungen betroffen sein, vor allem in Wohngebieten und im ländlichen Raum.

Genau hingeschaut

Hintergrund der Kritik ist die vorgesehene neue Tarifstruktur auf Netzebene 7, bei der künftig neben dem Stromverbrauch auch die gleichzeitig aus dem Netz bezogene Leistung stärker ins Gewicht fällt. Für Leistungsanteile über 10 kW ist ein höherer Tarif vorgesehen. Nach Berechnungen des BEÖ könnten dadurch die Netzkosten einer öffentlichen Ladestation mit zwei 11-kW-Ladepunkten und einem Jahresabsatz von 5.000 kWh auf 27,5 Cent pro Kilowattstunde steigen, bei 10.000 kWh auf rund 16 Cent. Die endgültigen Tarife stehen allerdings noch nicht fest. Kritik gibt es auch an den Auswirkungen auf gemeinschaftliche Ladeanlagen in Mehrparteienhäusern. Diese nutzen Lastmanagement, um die verfügbare Leistung intelligent auf mehrere Fahrzeuge zu verteilen und so das Stromnetz zu entlasten. Dennoch könnten sie nach den aktuellen Plänen teurer werden als einzelne, nicht koordinierte Wallboxen.

Verbesserungsvorschlag

Der BEÖ fordert deshalb Nachbesserungen bei der Tarifgestaltung. Leistungsspitzen von Wohnungen und Ladeanlagen sollten nur auf Basis der tatsächlich am gemeinsamen Hausanschluss gemessenen Spitzenleistung verrechnet werden, wenn sie zeitlich nicht gleichzeitig auftreten. Zudem spricht sich der Verband für stärkere Anreize zum flexiblen Laden aus. Wer sein Elektroauto in netzfreundlichen Zeiten lädt oder die Ladeleistung an die aktuelle Netzauslastung anpasst, sollte nach Ansicht des BEÖ von niedrigeren Netzkosten profitieren. Grundsätzlich begrüßt der Verband zwar die Modernisierung der Netzentgelte, betont jedoch, dass die neuen Regeln den weiteren Ausbau der Elektromobilität unterstützen und netzdienliches Verhalten fördern müssten.

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