Skoda Octavia Combi im Test
Nur Vernunft allein kanns ja auch nicht sein. Als Sportline mit MHD-Benziner zeigt dieser Škoda Octavia, dass Fahrspaß o...
Ein kleines Boot für jedermann, das war im Prinzip die Basisidee des X1/9. Verwirklicht mit schnöder Großserientechnik entstand ein welpenhaftes Spielmobil, das es in den USA weit länger aushielt als Fiat selbst.
Es gab in den Staaten immer schon einen Hang zu kleinen offenen Zweisitzern aus dem alten Europa. Vermutlich weil es sowas aus dem eigenen Land nicht gab. Sicher aber, weil es für relativ wenig Kohle relativ viel Fahrspaß gibt. Auch Fiat war mit dem 850 Spider da eifrig mit dabei, in den 70ern war es aber dann Zeit für eine Neuauflage der offenen Idee. Man wollte auch einen kleinen Vorsprung vor der britischen Konkurrenz haben, die mit ihren MGB und Triumphs noch tief in den 60ern feststeckten, also klopfte man bei Carozzeria Bertone an und erkundigte sich nach ein paar Ideen. Und ob man die habe, kam eine fröhliche Antwort, und zwar bestand die dann im Endeffekt aus dem Antrieb des Autobianchi A112 und der Optik eines kleinen Rennboots.
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Schnell kommt einem da das Thema Urkeil in den Sinn, und natürlich ist so ein Ding ohne Windschutzscheibe und den Scheinwerfern an der B-Säule nur etwas für Automessen. Aber die grundsätzliche Linie, die ein gewisser Marcello Gandini da hinzauberte, die hatte schon was, und so verfolgte man das Thema gleich einmal konsequent weiter. Zum einen finden sich viele Elemente dieses Bertone Runabout Concept Cars am Lancia Stratos wieder. Zum anderen brachte Fiat in diesen Jahren den 128er auf den Markt. Und irgendwie sprach doch nichts dagegen, den Hilfsrahmen samt Motor und Getriebe, der beim 128 vorne saß, für das neue Spaßmobil einfach hinten einzubauen. So entstand ein dank Großserientechnik überraschend billig zu verwirklichendes Mittelmotorkonzept, das mit der weiterhin eckigen Keilform – nur halt ausreichend entschärft für den Gebrauch auf der Straße – dem Thema Zweisitzer neues Leben einhauchte.
Ganz klar ist zwar nicht mehr, warum man sich nicht für einen klangvollen Namen entschied, sondern die interne Entwicklungsbezeichnung X1/9 gleich als Modellbezeichnung verwendete. Es brach aber auch hier so schön mit den Konventionen, dass eigentlich nichts dagegen sprach. Keine 60 PS reichten übrigens 1972, um auch in den USA für Furore zu sorgen. Die Amis liebten den kleinen Italiener, der mit der Zeit zwar immer schwerer und schircher wurde, weil die Crash-Auflagen seinerzeit hässliche und übergroße Stoßfänger erforderten. Für den Hauptabsatzmarkt war man aber gerne bereit zu investieren, was dem X dann auch später die Technik des Ritmo einbrachte, der in den USA als Strada vermarktet wurde – so musste man nur für einen Motor die strikten Emissions Rules erfüllen.
Jetzt wurde es dann aber etwas tricky für Fiat. Denn zum Ende des Jahrzehnts hin wollten die Amerikaner zwar den X1/9 noch immer, die anderen Modelle aber eigentlich überhaupt nicht mehr. Nur den Roadster zu importieren, zahlte sich aber nicht aus, sodass man 1982 als Marke Fiat aus dem US-Markt verschwand. Bertone überantwortete man aber den kleinen Mittelmotor, die den Wagen künftig unter – richtig – Bertone X1/9 einfach selbst vermarkteten. Halb so schlimm, lief er ja so oder so immer schon im eigenen Haus vom Band. Doppelt so schlimm aber andererseits, weil man nun nicht nur wegen der Teileverfügbarkeit gröbere Probleme hatte, sondern auch, weil es eines eigenen Händlernetzes bedurfte, dass man möglichst rasch aufbauen musste. Das funktionierte sogar erstaunlich gut, sodass der mittlerweile 75 bis 85 PS starke Zweisitzer zeitweise sogar in Australien und Neuseeland erhältlich war. Gegen alle Wetten, der X1/9 wollte scheinbar nicht sterben, denn selbst nach dem offiziellen Ende 1989 ging es mit den Verkäufen über spezielle Dealer Editions noch bis 1991 weiter, was heutzutage undenkbar wäre.
Dann aber war das Ende unaufhaltsam. Daheim in Italien gab es einfach keine Teile von Fiat mehr, um die Produktion noch am Laufen zu halten, zudem tüftelte man in den Designbüros auch schon an einem neuen hausinternen Zweisitzer mit Faltverdeck und aktueller Großserientechnik herum, der nur wenige Jahre später als Barchetta das Licht der Welt erblicken sollte, was auf Italienisch nichts andere heißt als: kleines Boot.
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