Test: Omoda 9 – Flaggschiff mit Feinschliff
Der Name Omoda kommt von O wie Oxygen (dt. Sauerstoff) und Moda (dt. Mode). Sie wollen für frische Impulse und Innovatio...
Kurz vor dem bitteren Ende versuchte Studebaker-Packard noch einmal, den Laden herumzureißen. Ausgerechnet mit einem Auto, das die klamme Finanzlage perfekt interpretierte und sogar zu einem kleinen Erfolg wurde. Der Name Scotsman sagt hierbei eh schon alles.
Studebaker und Packard, das waren einmal zwei Vorzeigemarken der amerikanischen Automobilkultur. Technisch voranschreitend, luxuriös, hübsch, alles cool soweit. Nach dem Krieg aber hatten die alten Granden gegen Ford, GM und Chrysler immer weniger auszurichten. Man schlitterte schnell in die roten Zahlen, und wie oft so üblich bis in die Neuzeit, bündeln zwei angeschlagene Firmen gerne ihre Interessen, in der Hoffnung, dass geteiltes Leid zumindest halben Gewinn ergibt. In den 1950ern klappte es mit Studebaker-Packard aber auch nicht wirklich, sodass man notgedrungen versuchte, eine völlig neue Fahrzeugkategorie ins Leben zu rufen: die absolute Basisvariante der Fortbewegung. Motor, Getriebe, Karosserie drumherum, fertig. Fehlte nur mehr ein griffiger Name.
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Und weil Klischees schon damals weit verbreitet waren, galt als beste Bezeichnung für ein quasi nackertes Auto natürlich „Scotsman“, da die Schotten seit jeher als die sparsamste Nation der ganzen Milchstraße gelten. Die Konzipierung war ebenso schlicht gehalten. Man nahm den Champion als Basis und entfernte praktisch alles, was auch nur nach Luxus oder Komfort aussah. Radkappen und Kühlergrill waren lackiert und nicht verchromt, statt Teppiche gab es im Innenraum nur Gummimatten, ja nicht einmal eine Heizung gab es serienmäßig. Dem nicht genug, waren die hinteren Fenster nicht aufzukurbeln und auch Türverkleidungen sparte man fast komplett ein – hier kamen einfach nur festere Kartons mit ein wenig Farbe drauf zum Einsatz. Anscheinend hatten die Techniker dann einen echten Lauf, denn auch der Scheibenwischermotor fiel den Buchhaltern zum Opfer, also betrieb man die Wischerblätter nun über Vakuum, was aber bedeutete, dass bei steigender Drehzahl die Wischer immer langsamer wurden. Aber wer ein echter Schotte sein möchte, muss halt mit gewissen Zugeständnissen leben.
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Interessanterweise gab es aber auch in Anbetracht des absoluten Sparzwangs auch Grenzen. Auf verchromte Stoßstangen wollte man zum Beispiel nicht verzichten. Man bot den Kunden aber an, auch diese nur lackiert zu ordern, was den Preis sogar noch ein wenig senkte. Überhaupt bewegte man sich hier in einem neuen Umfeld, auf das man die Händler auch erst einmal einschwören musste. So gab es eine explizite Anweisung, den Kunden kein Zubehör zu verkaufen, was man sonst sehr gerne tat. Lieber sollten sie sich die Kohle sparen und gleich einen Champion kaufen.
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Kurz vor dem Markstart 1957 war man sich dann kurze Zeit nicht sicher, ob diese Minimalismus-Herangehensweise auch richtig verstanden werden würde. Schnell kamen nämlich Gedanken an finstere Zeiten auf, als man während der Kriegsjahre, als Rohstoffe rar waren, ähnlich mager bestückte Autos bauen musste, die schnell den Spitznamen „blackout cars“ bekamen. Doch die Reaktionen überraschte die Führungsriege dann deutlich. Die Leute griffen liebend gerne zum Scotsman, und zwar so liebend gerne, dass man schon im ersten Jahr mehr als doppelt so viele verkaufte wie vorher kalkuliert. Die Idee der relativ nackten Fortbewegung adaptierte man dann sogar auf die Pick-ups, wobei man auch hier ein wenig dazulernte: Beim Scotsman Truck waren die Stoßstangen von Haus aus schon nicht mehr verchromt. Ebenso auch wie bei einem Großabnehmer: Die Polizei fand nämlich großen Gefallen an diesen Funktionsmodellen und orderte den Scotsman eifrig mit Police Package, das vor allem aus dickeren Motoren bestand.
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