Skoda Octavia Combi im Test
Nur Vernunft allein kanns ja auch nicht sein. Als Sportline mit MHD-Benziner zeigt dieser Škoda Octavia, dass Fahrspaß o...
Wer meint, es spiele keine Rolle mehr, welches Auto man fährt, der ist noch nie in einem gelben Elektro-Roadster gesessen. Beobachtungen aus einem Hassobjekt der Allgemeinheit.
In den letzten Tagen gab es gleich mehrere Studien, die sich mit dem Verhältnis des Österreichers zum Automobil beschäftigten. Die klare Antwort: Wir lieben unsere Autos nach wie vor. Unisono wurde festgestellt, dass für die meisten das eigene Vehikel mehr ist als nur ein reines Fortbewegungsmittel. Ich nehme mich da nicht aus und eigentlich kann man als Automobilist mit den Ergebnissen durchwegs zufrieden sein. Es gibt da allerdings ein Detail, das keine Studie zum Thema gemacht hat: Diese riesige Unsicherheit, die offenbar viele in sich tragen, sobald sie hinterm Steuer sitzen.
Mir ist das unlängst erst bewusst geworden, als ich einige Zeit mit einem ungewöhnlichen Testauto unterwegs war. Marke und Type ist hierbei egal, eher geht es um die Eckdaten: Sehr gelb. Sehr flach. Sehr offen. Dazu mit Flügeltüren gesegnet und dank E-Antrieb sauschnell. Weiter weg vom üblichen Vehikel geht also nicht mehr, und auch wenn man sich ganz artig an alle geltenden Verkehrsvorschriften hält, sind die Reaktionen auf diesen Wagen teilweise erschreckend: Man wird geschnitten, beim Spurwechsel nicht reingelassen, fährt extra langsam vor einem, pickt provokant hinten drauf. Das fast schon bitterste Erlebnis war indes mit einem offensichtlichen Autoliebhaber, der seine alte schwedische Turbolimousine mit Sicherheit aus Leidenschaft und Überzeugung fährt. Aber kaum war ich mit meiner Flunder im Rückspiegel zu sehen, musste unnötig beschleunigt werden, ganz egal ob es eine 50er-Zone und die Gerade nur 50 Meter lang war. Im Gegensatz dazu gewöhnte ich mich im Nu an das Verhalten der Lieferwagenfahrer: Taucht die gelbe Gefahr auf, haben sie es gleich noch eiliger als noch gerade eben.
Das alles lehrt uns gleich mehrere Dinge: Viele gönnen einem vielleicht keinen Individualismus. Auch sind es viele, die sich an oberflächliche Symbole klammern und nicht wollen, dass es jemandem besser geht als einem selbst. Kleinbürgerliches Verhalten, und nichts anderes sind all diese Aktionen, zeigen wohl eine unglaubliche Unsicherheit, was die persönliche Stellung betrifft, wenn man sich schon von einem Fahrzeugs provoziert fühlt. Dass jemand neidisch auf den Wagen ist, glaube ich nicht. Eher darauf, dass hier anscheinend jemand mehr Geld und Freiheit hat. Für Vorurteile sind Autos einfach genauso perfekt geeignet wie Hautfarben. Denn dass ich allein zum Ein- und Aussteigen aufgrund der elektrisch zu betätigenden Flügeltüren länger brauche als die gesamte Bande auf der Tangente geht im Kampf um den Stellenwert genauso unter wie meine lächerlichen Versuche, größere Einkäufe mit diesem Wagen durchzuführen. Jeder zweite auf den Supermarktparkplätzen – da bin ich mir sicher – hätte sich diebisch darüber gefreut, wenn ich ein oder zwei Einkaufssackerln wieder hätte zurückbringen müssen.
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