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Helden auf Rädern: Authi Victoria

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Als erfolgreiches Joint Venture wollte man bei Authi Leyland natürlich nicht nur englische Modelle nachbauen. Der Victoria wurde dann aber sogar fast zu gut, konnte am generellen Schicksal der Marke aber auch nichts mehr ändern.

Wer glaubt, dass die Idee der chinesischen Autobauer, in Europa eigene Werke zu bauen, eine neumodische Erfindung wäre: Früher war man sogar noch kreativer und stampfte Fabriken aus dem Boden nur für einzelne Länder. Spanien zum, Beispiel: Weil die politische Landschaft in den 1960ern Fahrzeugimporte praktisch unmöglich machte, dachte sich British Leyland einfach, mit einem heimischen Partner vor Ort Autos zu produzieren. So entstand Automoviles de Turismo Hispano Ingleses, kurz Authi, und so entstanden ab 1966 die ersten Lizenzexponate des Austin 1100 und des Mini. 1967 gab es dann sogar ein neues Werk in Pamplona und noch mehr Minis, doch das war den Machern alles nicht genug.

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Cool wäre zum Beispiel ein eigenständiges Modell. Der 1100er war in England zwar äußerst beliebt, in Spanien aber nicht wirklich. Aber da kann man doch sicher etwas Passendes daraus machen, oder? Scheinbar wähnte man sich in diesem Übereifer ein wenig in Unfehlbarkeit, denn der Aufwand hinter dem Projekt war dann doch etwas enormer als geplant. Als Basis diente nämlich nicht die 1100er-Karosserie, die aus England kam. Sondern der südafrikanische Ableger vom dortigen Leyland-Ableger. Der allein war aber noch nicht gut genug sodass man Michelotti in Italien mit einem neuen Design beauftragte, was an sich schon mutig war, da der 1100er ursprünlich aus Pininfarinas Feder stammt. So oder so schaffte man es bei Michelotti, dem Wagen ein so modernes Design zu verpassen, dass das Original schlagartig altmodisch wirkte.

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Das Stufenheck war perfekt für die anbrechenden 1970er, die in den Kühlergrill integrierten Scheinwerfer gepaart mit dem sachlicheren Auftritt mit weniger Chrom ringsum erst Recht, wobei dazugesagt werden muss, dass der Aufwand dahinter dann schon hinterfragen ließ, ob sich überhaupt jemand einmal mit der rechnerischen Seite des Projekts beschäftigt hat. So kamen nicht nur zahlreiche Teile vom Triumph 2000 zur Anwendung. Für die neue Formensprache musste sogar die Front aufwändig verlängert werden, was natürlich auch in der Fertigung höhere Kosten nach sich zog. 

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Macht alles nichts, denn das Ergebnis zählt schließlich, was dann allerdings vom Publikum nicht ganz so gesehen wurde: Zum einen war die Technik zur Markteinführung 1971 schon nicht mehr die Neueste, da gab es bei der Konkurrenz schon Besseres. Zum andern kann man sich vorstellen, dass ein englisches, in Spanien zusammengebautes Produkt nicht unbedingt durch hochwertige Verarbeitung zu glänzen wusste. Und abseits all dem wollten die Leute nach wie vor lieber den Mini kaufen, der zwar auch im Werk in Pamplona vom Band lief, aber weit teurer zu produzieren war. Wirklich blöd wurde es dann allerdings 1974, als sich überraschenderweise herausstellte, dass Leyland nach zehn Jahren Bauzeit beschloss, die Produktion des Basismodells weltweit einzustellen, womit die technische Grundlage für den Victoria schlagartig wegfiel. Das war aber immer noch nicht das eigentlich Furchtbare an dieser Geschichte.

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British Leyland schaffte es Ende 1974 nämlich, endgültig pleite zu gehen, ehe es dann verstaatlicht wurde. Für die ganzen Joint Ventures aber war damit erst einmal Feierabend, so auch für Authi, wobei viele vor Ort das eher als Befreiung denn als Bürde wahrgenommen haben. Die Geschichte des Victoria endet 1975 nach nur vier Jahren also zwar nicht mit einem lauten Knall, dafür aber etwas ähnlichem. Just in diesem Jahr brannten die Hallen in Pamplona nämlich zufälligerweise nieder, worüber sich zumindest Seat freute, die die Ruinen dann recht preiswert übernehmen konnten. Und damit später dann VW. 

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