Toyota bZ4X Touring: Der Kombi neuer Schule
Toyotas Elektro-Offensive nimmt Fahrt auf – und mit ihr die Familie Österreicher, wenn sie im neuen Elektrokombi bZ4X To...
Nach rückläufigen Verkäufen wollte Opel unbedingt wieder zurück in die Klasse der gehobenen Limousinen. Der Senator sollte das richten. Und ohne Rotstift wäre ihm das auch fast gelungen.
Es gab mal eine Zeit, da galt ein großer Opel in der Geschäftswelt als durchaus übliches Fortbewegungsmittel. Gerade die Kapitäne, Admirale und Diplomaten hatten nicht grundlos einen guten Ruf als solide, zuverlässige und standesgemäße Vehikel, noch dazu gesegnet mit V8-Power der Konzernmutter General Motors. Aber Zeiten ändern sich auch in den konservativsten Fahrzeugklassen, wenn man sich ansieht, was Mercedes und immer mehr BMW in den frühen Siebzigern auf die Straße brachten. Dazu kam dann noch die Ölkrise 1973, die große Spritvernichter recht schnell recht uncool werden ließ. Man musste sich also einen schlanken Neuanfang überlegen.
> Weiterlesen: Vauxhall Chevette
Und die Lösung fanden die Verantwortlichen eine Klasse weiter unten. Der Rekord war gerade in der Entwicklung, und eigentlich spräche doch nichts dagegen, diese Karosse als Basis für das neue Topmodell zu nehmen, oder? Mercedes machte so etwas ähnliches mit der Einheitskarosserie ja auch schon einmal. Man musste nur schlau vorgehen. So verpasste man dem kommenden Senator nicht nur einen längeren Radstand, wodurch die Karosse ein wenig verlängert werden musste, was man am kleinen Heckfenster in der C-Säule erkennt. Auch gab es nicht nur schnöde Vierzylinder, sondern standesgemäße Reihensechszylinder. Dazu eine umgearbeitete Front, sogar ein Fahrwerk mit Niveauregulierung und dick gepolsterte Velourssitze. Und das alles zu einem Preis, bei dem sich die deutschen Konkurrenten warm anziehen sollten. Das reichte den Engländern aber noch nicht.
> Weiterlesen: Opel Kadett Impuls
Bei Vauxhall sah man nun nämlich die große Chance, in den Ring der automobilen Elite aufzusteigen. Kein anderer Name als Royale schien also passend, und dem nicht genug, war man sogar dermaßen selbstbewusst, dass man aufgrund einer künstlichen Verknappung den neuen Wagen sogar noch begehrenswerter machen wollte. Wie dies funktionieren sollte? Tatsächlich wurden die Händler auf der Insel angehalten, den Royale nicht an jeden zu verkaufen, der einen haben wollte. Der Kunde musste schon passen, nobel und aus gutem Hause sein. Für einen Massenhersteller ein recht verwegener Plan für ein Auto, das sich irgendwie nach einem Burger anhört. In Deutschland gab es zwar ein anderes Vermarktungskonzept, aber auch da lief es nicht ganz nach Plan.
> Weiterlesen: Isuzu VehiCROSS
Oftmals wurde der upgescalte Rekord nämlich nicht mit 5er BMW oder W123-Mercedes verglichen, sondern gleich mit einem Modell weiter höher. Die Abmessungen und der Name ließen offenbar diesen Schluss zu, was natürlich zu ein paar Diskrepanzen führte: Natürlich war der Opel billiger. Und soo viel schlechter auch nicht. Aber vor allem der Innenraum, den man eins zu eins aus dem Rekord übernahm, konnte das potenzielle Publikum nun überhaupt nicht überzeugen. Und auch eine Klasse weiter unten ging das Konzept nicht so ganz auf: Technisch war man praktisch auf einem Niveau mit der noblen Konkurrenz, die alle ein wenig mehr kosteten. Aber in diesem Segment kommt es nicht so sehr auf die Kohle an, sodass man lieber ein wenig mehr ausgab, um sich gleich etwas aus süddeutschen Häusern zu kaufen.
> Weiterlesen: Chevrolet Citation
Auch ein hastig nachgeschobener Dreiliter-Sechszylinder half da nicht mehr viel. Der Senator konnte nie so wirklich an die hohen Erwartungen anstinken. In England gab es als erstes Konsequenzen. Man ließ nicht nur den Namen Royale fallen. Man verkaufte das Auto gleich als Opel Senator und dass es Anfang der 80er ein grobes Facelift gab, machte die Sache auch nicht mehr besser – da waren von den Mitbewerbern schon ganz neue Modelle auf dem Markt. Aber da gab es ja noch eine Geheimwaffe, nämlich das Coupé. Der Monza hatte natürlich die gleichen Qualitäten wie der Senator, doch gerade im Markt der Zweitürer legte man noch mehr Wert auf Stil, Image und Design. Opels klassische Werte wie Langlebigkeit oder Praktikabilität halfen folglich kaum etwas, um auf solide Verkaufszahlen zu kommen.
> Weiterlesen: Pontiac Le Mans
Somit gab es Ende der 80er zwar noch eine Neuauflage des Senator auf Basis des Omega. Den Monza ließ man aber fallen und auch dem Senator war kein langes Leben beschieden.
Meist gelesen
Aktuelle Ausgabe
Letzte Meldungen
Mehr lesen >>Aktuelle Fahrzeugtests
Mehr lesen >>
Kommende Veranstaltungen
© 2026 A&W Verlag GmbH All Rights Reserved Developed by itMedia