Geht es nach einer Befragung des FVA unter seinen Mitgliedern, sind chinesische Hersteller in den österreichischen Fuhrparks keine Randerscheinung mehr. 44,29 Prozent der Befragten setzen bereits chinesische Fahrzeuge ein und 21,43 Prozent haben sich konkret mit dem Thema befasst: 8,57 Prozent planen eine Anschaffung, 7,14 Prozent haben ein Angebot eingeholt und 5,71 Prozent haben Fahrzeuge schon getestet. Damit haben rund zwei Drittel der Befragten chinesische Hersteller bereits geprüft oder in ihre Flotte aufgenommen. 34,29 Prozent haben sich bisher nicht damit beschäftigt.
Gesamtkosten überwiegend günstiger
Unter den Fuhrparks mit chinesischen Fahrzeugen im Einsatz bewerten 61 Prozent die Gesamtkosten im Vergleich zu bisher eingesetzten Fahrzeugen vergleichbarer Klassen als günstiger, darunter 26 Prozent als deutlich günstiger. 19 Prozent sehen keinen Unterschied, 3 Prozent höhere Kosten, deutlich höhere Kosten nennt niemand. Auch beim Fahrzeug selbst sieht die große Mehrheit chinesische Produkte mindestens gleichauf mit Fahrzeugen anderer Hersteller. Die Reichweite bewerten 90 Prozent als besser oder vergleichbar, Verarbeitung und Materialqualität 86 Prozent, die Ladeleistung 83 Prozent sowie Fahrerlebnis und Komfort und die Zuverlässigkeit im Alltag je 79 Prozent. Bei der Ladeleistung sieht mehr als die Hälfte sogar einen Vorteil. Etwas zurückhaltender fallen die Urteile bei den Assistenzsystemen mit 76 Prozent und bei Software und Bedienung mit 69 Prozent aus.
Schwachstelle Servicenetz und Ersatzteile
Im laufenden Betrieb fällt das Urteil zurückhaltender aus. Das Werkstatt- und Servicenetz bewerten 48 Prozent als schlechter als bei anderen Herstellern, ebenso viele als vergleichbar. Die Ersatzteilverfügbarkeit sehen 31 Prozent als schlechter, 52 Prozent als vergleichbar. Die Nutzerzufriedenheit schätzen dagegen 86 Prozent als vergleichbar oder besser ein, nur 10 Prozent als schlechter. 4 Prozent machen dazu keine Angaben. Damit decken sich die Erfahrungen der Nutzer mit den Vorbehalten jener Fuhrparks, die chinesische Fahrzeuge weder einsetzen noch eine Anschaffung planen. Dort werden die unklare Ersatzteilversorgung und die fehlende Freigabe durch Konzernvorgaben mit je 48 Prozent am häufigsten genannt, knapp gefolgt vom fehlenden Servicenetz mit 45 Prozent.
Vorbehalte der Geschäftsführung nennen 39, die Unsicherheit beim Restwert 36 Prozent und Datenschutz und Datensicherheit 30 Prozent. Vorbehalte durch die Lenker spielen mit 15 Prozent kaum eine Rolle.
CO2-Reporting bereits ein Thema
46,97 Prozent der Befragten geben an, dass die Herkunft des Fahrzeugs, also Produktion und Transport, in ihrer CO2-Bilanzierung oder ihrem Nachhaltigkeitsreporting berücksichtigt wird. 30,30 Prozent erfassen ausschließlich Betriebsemissionen, 12,12 Prozent haben noch kein Reporting. Der Anteil jener, die die Herkunft berücksichtigen, steigt mit der Größe des Fuhrparks. Ob ein Fuhrpark chinesische Fahrzeuge einsetzt oder nicht, macht dabei keinen Unterschied.