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Bei Gut Aiderbichl, Europas größter Tierrettungsorganisation, hat jedes Fahrzeug eine eigene Mission. Nun wurde der Fahrzeugbestand von Grund auf neu gedacht. Das Ergebnis: eine konsequente Einmarkenstrategie, bei der immer das Tierwohl entscheidet.
Es ist noch dunkel, als die Tierpfleger von Gut Aiderbichl bei dem Einfamilienhaus in Zell am See ankommen. Das Team holt 32 Collies ab. Ein typischer Fall von Tierhortung, die Bergung dauert Stunden. Ein Einsatz wie aus einem Tierschutzroman? Nein, solche Erlebnisse gehören zum Alltag von Gut Aiderbichl. Mittendrin zwei Volkswagen-Fahrzeuge, vollgeladen mit Hundeboxen, Käfigen. Auf der Rückfahrt nimmt das Team noch Gänse, Enten und Hühner mit. „Unsere Autos müssen schon einiges aushalten!“, schmunzelt Dr. Christian Nitsche, seit gut einem Jahr auf Gut Aiderbichl für den Fuhrpark verantwortlich.
Wild auf Achse
Die gemeinnützige Organisation, 2001 von Michael Aufhauser in Henndorf/Salzburg gegründet, feiert heuer 25-jähriges Bestehen. Der ursprüngliche Gnadenhof ist heute die größte Tierrettungsorganisation Europas: 32 Höfe in sechs Ländern (Österreich, Deutschland, Schweiz, Frankreich, Ungarn, Rumänien), rund 350 Mitarbeiter und an die 10.000 betreute Tiere. Das Spektrum reicht vom Hamster über Dromedar, Pferd und Tiger bis hin zu Papagei und Kunekune-Schwein.
Der Leitbetrieb in Henndorf ist gleichzeitig Begegnungshof, Eventlocation, Gastronomie und landwirtschaftlicher Großbetrieb auf rund 120 Hektar. An guten Wochenendtagen kommen bis zu 2.000 Besucher, ähnlich läuft es auf dem zweiten großen Begegnungshof in Iffeldorf/D ab. Dazu gesellen sich kleinere Stationen.
Wer hinter diese Kulissen blickt, erkennt rasch: Tierschutz ist auch Logistik. Sehr viel Logistik sogar. Tiere müssen zum Tierarzt gebracht werden, Futter und Material muss auf die Höfe gelangen, Mitarbeitende pendeln zwischen Standorten, Besucher werden geshuttelt, Veranstaltungen organisiert, landwirtschaftliche
Flächen bewirtschaftet und in Notfällen oft sehr schnell sehr unterschiedliche Tiere abgeholt. „Bei uns geht es immer ums Tier“, so Christian Nitsche.
Vom Kunterbunt zur Einmarken-Flotte
Der Fuhrpark war über die Jahre gewachsen: hier ein Fahrzeug gebraucht, dort ein Angebot genutzt, da ein Modell übernommen, dort ein anderes angeschafft. Am Ende stand eine bunte Mischung unterschiedlicher Marken, Laufleistungen und Zustände.
Charmant aus der Distanz, administrativ eher weniger. Für Christian Nitsche eine klare Entscheidung zur Neuaufstellung zugunsten einer Einmarkenstrategie. Mit Volkswagen, der Porsche Bank und dem regionalen Autohaus Reiser in Straßwalchen fand Gut Aiderbichl eine Lösung, die Fahrzeuge, Finanzierung, Betreuung und Servicierung bündelt. Dank Operating Leasing inklusive Notfallpackage liegt nun alles in einer Hand: Service, Reifen, Pannenhilfe, Tank und Ladekarten. VW ist flächendeckend bei allen Standorten und in allen Ländern vertreten.
Die Verwaltung der zahlreichen Autos wurde dadurch nachvollziehbar einfacher. Zudem denken Tierpfleger im Einsatz zuerst an das Tier, nicht an den perfekten Lackzustand des Kotflügels oder Reifenwechsel. Hundeboxen, Käfige, Futter, Heu, Werkzeug, Schmutz und spontane Einsätze gehören zum Alltag. „Umso wichtiger ist ein verlässliches Gesamtpaket, das die Kosten planbarer macht und Reparaturaufwand reduziert“,
so Christian Nitsche. Tierfreundin und Volkswagen-Markenleiterin Gudrun Zeilinger freut sich ebenfalls: „Mit dieser Partnerschaft leistet Volkswagen einen wichtigen Beitrag zum Tierschutz. Wenn die Tierretter mobil sind, ist den Tieren ein sorgenfreies Leben auf Gut Aiderbichl gesichert.“ Und da gesellschaftliches Engagement bei VW Teil der Nachhaltigkeitsstrategie ist, ist die Kooperation mit Gut Aiderbichl geradezu ideal.
Gut Aiderbichl in Fakten |
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Gut Aiderbichl |
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Fuhrpark |
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Marken: Volkswagen |
Eine Flotte für Tiere, Menschen und viele Sonderfälle
Allein im Kernfuhrpark umfasst die Flotte rund 40 Fahrzeuge. 35 sind bereits ausgeliefert, die restlichen folgen im Laufe des kommenden Jahres. Alle auf drei Jahre und 50.000 Kilometer pro Jahr ausgelegt – wobei die Realität, wie so oft, bunter ist als der Vertrag. „Unsere Autos haben extrem unterschiedliche Laufleistungen. Tiertransporter kommen schnell auf 50.000 und mehr Kilometer, ID. Buzz, die nur zwischen den Ställen hin und her fahren, auf rund 5.000 Kilometer. Und das ist das Feine an unsere Kooperation mit Volkswagen, dass wir nach einem Jahr anpassen können.“
Der Pkw-Anteil ist vergleichsweise klein. Für längere Strecken und Personenfahrten kommen unter anderem Volkswagen ID.3, ID.4 und ID.7 zum Einsatz. Den größten Anteil bilden jedoch Fahrzeuge, die im täglichen Tierschutzbetrieb arbeiten: Caddy Maxi, ID. Buzz Cargo, VW Bus und Crafter. Zählt man landwirtschaftliche Geräte, Traktoren, Hoftrucks, Anhänger und Spezialfahrzeuge dazu, liegt die Gesamtzahl deutlich über 100 Fahrzeugen.
> Weiterlesen: Fuhrparkportrait ÖBB
Das Tier entscheidet den Fahrzeugeinkauf
Konkret bedeutet das: Der Volkswagen Caddy Maxi spielt eine zentrale Rolle, wird vorwiegend in der Kombivariante und als Plug-in-Hybrid bestellt. Damit können sowohl Tierpfleger als auch Tiere transportieren werden (Sitze raus, Boxen rein), ohne zwischen zwei Fahrzeugen wechseln zu müssen, und auf bis zu 100 Kilometern auch elektrisch fahren.
Klimatisierung im Laderaum ist Bedingung und Automatik keine Komfort-, sondern eine Sicherheitsfrage bei Tiertransporten. Tiere dürfen weder überhitzen noch auskühlen. Platz, Sicherheit, Temperatur und einfache Beladbarkeit sind wichtig.
Dazu kommt, dass viele Tiere alt oder beeinträchtigt sind. Ein Fahrzeug muss in diesem Umfeld nicht nur fahren, es muss
mitdenken helfen. „Unsere Tierpfleger haben viele Stärken.
Autofahren ist nicht unbedingt die ausgeprägteste davon.“ Denn wer täglich Tiere pflegt, beschlagnahmte Welpen beruhigt oder lungenkranken Pferden Gesellschaft leistet, hat seinen Fokus anderswo. Deshalb seien Assistenzsysteme, Automatikgetriebe und die Spurhaltefunktion keine Nice-to-haves, sondern Teil des Sicherheitskonzepts. Zudem findet bei jeder Fahrzeugübergabe auch eine kleine Einschulung statt.
Strom aus eigener Erzeugung
Rund 20 bis 30 Prozent des Strombedarfs kann Gut Aiderbichl in Henndorf bereits durch die eigene PV-Anlage decken, saisonal bis zu 50 Prozent. Der interne Verrechnungspreis liegt bei 12 Cent pro Kilowattstunde, die meisten Elektrofahrzeuge werden an den 8-kW-Stationen über Nacht geladen: gut für die Batterie, günstig im Preis, und die Fahrzeuge stehen ohnehin zehn Stunden.
Langfristig plant Gut Aiderbichl den Ausbau der Eigenstromerzeugung. Bidirektionales Laden ist ebenfalls ein erklärtes Ziel, auch wenn die Fahrzeugseite diese Technologie noch nicht flächendeckend unterstützt. „Gerade Fahrzeuge an den Außenstellen, die nur 20 Prozent Akku brauchen und 5.000 Kilometer im Jahr fahren, könnten wunderbar als Speicher dienen.“
Gnadensprit für den Black Caddy
Wenn Sie also demnächst einen VW Caddy von Gut Aiderbichl sehen, dann kann es sein, dass Katzen auf dem Weg zum Tierarzt sind, Tierpfleger zu einem Einsatz fahren oder Futter transportiert wird.
Und wer besonderes Glück hat, trifft vielleicht auf den 15 Jahre alten schwarzen Caddy, den einzigen Verbrenner, der bis zu seinem Ableben am Hof bleiben darf. Denn er hat nicht nur 350.000 Kilometer auf dem Tacho, sondern auch einen 200-Meter-Absturz und einen Stierkampf überlebt. Ganz normale Fuhrparkrealität in Henndorf eben. •
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