Test: Xpeng G9 AWD Performance
Kaum ein Auto öffnet einem die Augen so wie der Xpeng G9. Einmal Acht Schätze mit alles und scharf, zu Tarifen, die eine...
In diesem Ratgeber durchleuchtet Gastautor und Fuhrparkprofi Andreas Kral alle Aspekte und Besonderheiten rund um das Thema Total Cost of Ownership. Was die Vorteile dieses Berechnungsmodells sind. Wann es sich auszahlt. Was es zu beachten gilt. Wie man richtig berechnet.
Sucht man in Wikipedia nach „Total Cost of Ownership“ (TCO, Gesamtkosten des Betriebs), so findet man ein Abrechnungsverfahren, das Verbrauchern und Unternehmen helfen soll, alle anfallenden Kosten von Investitionsgütern abzuschätzen. Die Idee dabei ist, eine Abrechnung zu erhalten, die nicht nur die Anschaffungskosten enthält, sondern alle Aspekte der späteren Nutzung (Energiekosten, Reparatur und Wartung) der betreffenden Komponenten. Somit können bekannte Kostentreiber oder auch versteckte Kosten möglicherweise bereits im Vorfeld einer Investitionsentscheidung identifiziert werden.
>>> Weiterlesen: TCO: Nicht der Kaufpreis entscheidet
Nur wenn man die Marken-/Modellauswahl auf Basis der TCO entscheidet, macht man alles richtig, oder? Der Kaufpreis alleine ist es oft nicht. Wie wird der Vermarktungserlös nach fünf Jahren und 150.000 Kilometern Laufleistung aussehen? Wie viele Reifensätze – Sommer und Winter – wird man für diese Gesamtkilometerleistung benötigen, wie oft lagert man diese ein, steckt um, muss sie wuchten lassen, und ist es vielleicht sogar günstiger, einmalig eine Kompletträdergarnitur anzuschaffen oder steckt man die Pneus immer auf die vorhandenen Felgen um? Wie wirkt sich zudem die Herstellergarantie auf die Haltekosten aus? Welche Servicearbeiten fallen an, wie sieht’s mit dem Bremsverschleiß aus, was kosten die Bremsen heute und in drei oder vier Jahren – und welche Inflation berücksichtigt man?
Das ist aber immer noch nicht alles, was man sich im Vorfeld überlegen muss. Wie oft muss zum Beispiel die §57a-Überprüfung in der gesamten Haltedauer gemacht werden? Ist es relevant, zu kalkulieren, wie oft man ein Ersatzfahrzeug (inkl. Versicherung?) für Service/Unfallschäden bezahlen muss? Dann geht es aber immer noch weiter: Mit welchem Stundensatz rechne ich bei den Werkstattkosten? Mit den relativ hohen Werten in Wien oder eher mit dem geringeren Werten in der Steiermark, weil der Wagen zwar in Wien zugelassen ist, aber beispielsweise mehrheitlich in Graz bewegt wird?
>>> Weiterlesen: Ratgeber Vertragsanpassungen
Apropos Versicherung
Wenn man unterschiedlich teure Fahrzeuge vergleicht, aber eine „Stückprämie“ vereinbart hat, relativiert diese doch die auch im Schadenfall teilweise sehr unterschiedlichen Ersatzleistungen und man vergleicht NICHT Äpfel mit Äpfeln.
Glasbruch: Hätte ich geahnt, wie hoch die Preisunterschiede von beheizten zu unbeheizten Scheiben auch schon vor Jahren waren bzw. immer noch sind, hätten diese Kosten bei der Modellwahl sicher eine weitaus größere Rolle gespielt. Inzwischen versuchen Fuhrparks wie zum Beispiel Sodexo aus Kostengründen keine Modelle mehr mit beheizten Scheiben einzusetzen. Daher fließt das beispielsweise seit Jahren bei uns auch in die TCO-Berechnung mit ein. Dazu kommen die nicht unerheblichen Margen. Wenngleich die Aufstellung aus 2022 ist – denken Sie, die Margen haben sich seither deutlich reduziert? Bis zu 50 Prozent Marge bei beheizten Frontscheiben sind schon sehr stolz.
Preisexplosion bei Windschutzscheiben: Aber auch wenn die Scheibe nicht beheizt ist, kann die dennoch preislich „überraschen“. Hier ein Beispiel: Hat man auf Basis TCO eine Wahl des Modelles getroffen, aber die Scheibenkosten nicht „recherchiert“, sorgte eine solche Rechnung vermutlich für „Schnappatmung“. Selbst mit der Philosophie „Egal, zahlt ohnehin die Versicherung“ wird man auf Probleme stoßen, da Versicherungen gerüchteweise bereits überlegen, Scheiben aus der Kasko gänzlich auszunehmen – oder ihr „Schadensatz“ steigt. Auf welches Modell und welchen Kaufpreis von ca. 48.000 Euro tippen Sie? Ach ja: Eine Originalscheibe (mit Head-up-Display) kostet für dieses Modell 2.300 Euro, exkl. Mwst., wohlgemerkt. Quelle: Carglass
Hier empfiehlt es sich, mit einer bereits bekannten Fahrgestellnummer ein Angebot für Scheiben vor Listung in der CAR Policy bzw. Bestellung des Modelles einzuholen. •
In Teil 2 des TCO-Ratgebers geht es um:
Kostentreiber Scheinwerfer, Reifenkosten und Haltedauer.
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